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Promis motivieren junge Krebspatienten an der Uniklinik Tübingen

Die Trainerinnen der SG Stern Deutschland e.V. und der Sportvereinigung Feuerbach 1883 e.V. bei der ersten Live-Session.
Die Trainerinnen der SG Stern Deutschland e.V. und der Sportvereinigung Feuerbach 1883 e.V. bei der ersten Live-Session. Foto: SG Stern Deutschland e.V.
Die Trainerinnen der SG Stern Deutschland e.V. und der Sportvereinigung Feuerbach 1883 e.V. bei der ersten Live-Session.
Foto: SG Stern Deutschland e.V.

TÜBINGEN. Unter dem Titel »das Sportprogramm mit dem Re(h)« startete am Montag die vierwöchige virtuelle Sportveranstaltung der kinderonkologischen Abteilung des Universitätsklinikums Tübingen. In diesem Zusammenhang steht »Re(h)« für Reha und symbolisiert den Neustart: quasi das junge springende Reh im Wald und den (Wild-) Wechsel mit anderen Betroffenen – von schlapp zu fit. Mit viel Spaß, Motivation und guter Laune sollen Jugendliche, die eine Krebserkrankung durchgemacht haben, wieder in Bewegung kommen, eine wissenschaftliche Auswertung des Programms ist geplant.

Junge Krebspatientinnen und -patienten werden oftmals durch ihre Erkrankung selbst, die Nebenwirkungen der medizinischen Therapie und nicht zuletzt auch durch die Corona-Pandemie an sportlicher Betätigung gehindert. Vor allem Erschöpfung und auch Niedergeschlagenheit führen häufig dazu, dass die Bewegungsmotivation fehlt, um Kreislauf und Muskeln wieder zu stärken. Dabei ist mittlerweile wissenschaftlich gut belegt, welchen wichtigen Stellenwert die rehabilitative Sporttherapie im Rahmen der Krebsbehandlung zur Vermeidung von Langzeitschäden hat. Zudem tut eine vorsichtige körperliche Herausforderung auch der Seele gut durch Ablenkung, Motivation und das Erleben kleiner Erfolge.  

Die Idee zum virtuellen Sportprogramm stammt vom Verein SG Stern Deutschland e.V., mit dem die Universitäts-Kinderklinik Tübingen bereits 2019 im Rahmen des internationalen Fußballturniers »Winners Cup« für krebskranke Kinder in Mailand zusammengearbeitet hat. Von der Idee überzeugt, gestaltete Diplom-Sozialpädagoge Manuel Schlösser von der Tübinger Kinderklinik das Sportprogramm gemeinsam mit der SG Stern, der Sportwissenschaftlerin Cornelia Schatton vom Tumorzentrum Eva Mayr-Stihl am Klinikum Stuttgart und der Sportvereinigung Feuerbach 1883 e.V. aus – im Vordergrund stehen Motivation und Spaß.

Über einen Zeitraum von vier Wochen erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Onlineplattformen Zugang zu unterschiedlichen Live-Trainings mit zertifizierten Trainerinnen und Trainern, ausgewählten Sportvideos und Trainings-Challenges. Ziel ist es den Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht nur ein angepasstes Sportprogramm zur Verfügung zu stellen, sondern ihnen darüber hinaus die Möglichkeit zu geben, in der Pandemie-Zeit Kontakte zu knüpfen und sich gemeinsam als Team einer Aufgabe zu stellen. Über eine Community-Plattform können sich die Teilnehmenden jederzeit untereinander austauschen, ihre Trainingserfolge zeigen und bei Fragen Kontakt mit den Trainerinnen und Trainern aufnehmen.

Nicht zuletzt erhalten die jungen Sportlerinnen und Sportler prominente Unterstützung: So spornt sie beispielsweise Manuel Neuer, weltbekannter Fußballtorwart und Mannschaftskapitän der deutschen Nationalmannschaft und des FC Bayern München bei ihren Aktivitäten virtuell an, ebenso wie Kai Bayer, Bundesligaspieler E-Sports von Hertha BSC, Sarah Neubrander, ehemalige Handballspielerin in der 2. Bundesliga, oder Sasa Kalajdzic, Spieler beim VfB Stuttgart und andere Sportlerinnen und Sportler. Frei nach dem Motto »Re(h)-spekt, wer mitmacht«.

Die erste Live-Einheit startete am 26.04.2021. Jede Woche wird es eine Liveübertragung aus dem Fitnessstudio geben, dabei stehen lizensierte »Sport nach Krebs«-Trainerinnen während den Übungen im direkten Austausch mit den Jugendlichen. Eine weitere Einheit ist online abrufbar und lässt sich von den Teilnehmenden in Abhängigkeit vom eigenen Leistungsniveau durchführen – Wochentag und Uhrzeit sind dabei flexibel und kann von jedem für sich passend eingeplant werden. Auch dabei stehen Trainerinnen und Trainer sowie Mitstreitende zur Verfügung. (pm)