TÜBINGEN. Graffiti-Sprayer sind dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer seit Langem ein Dorn im Auge. Umso größer ist seine Freude, wenn aufmerksame Zeugen entsprechende Vorfälle melden. Auf seinem Facebook-Account machte Palmer nun darauf aufmerksam, dass im Fall eines mutmaßlichen Sprayers, der am Samstag gefasst wurde, die von der Stadt ausgelobte Prämie für Hinweisgeber greifen könnte. Den Festgenommenen verglich er dabei mit einem »dicken Fisch, der ins Netz gegangen ist«.
Besser hätte es laut Palmer nicht laufen können: »Mutige Menschen haben einige dieser Schmierfinken erwischt. Das ist die Belohnung von 5.000 Euro wert.« Zugleich appellierte er: »Weitere Geschädigte bitte gerne bei mir melden. Das sollte alles zur Anzeige gebracht werden.« Er ergänzte noch: »Ich hoffe sehr, dass wir die Szene so unter Druck setzen können, dass der Unfug endlich aufhört.«
Polizeibeamte bedroht
Am Samstagmorgen waren nach Angaben der Polizei ein 21-Jähriger sowie zwei bislang unbekannte Täter in der Mühlstraße in Tübingen dabei beobachtet worden, wie sie eine Schmiererei anbrachten. Passanten ertappten sie auf frischer Tat und forderten sie auf, damit aufzuhören. Statt sich davon abschrecken zu lassen, bedrohten die Beschuldigten die Zeugen, woraufhin die Polizei alarmiert wurde.
Mitarbeiter des Ordnungsamts sowie die Polizei trafen den 21-Jährigen wenig später noch am Europlatz an und sprachen einen Platzverweis aus. An diesen hielt sich der junge Mann jedoch nicht. Stattdessen leistete er erheblichen Widerstand und beruhigte sich erst, nachdem ein Polizeihund eingesetzt wurde. Der Mann verbrachte die Nacht in Gewahrsam der Polizei.
Oberbürgermeister Palmer kommentierte den Vorfall mit den Worten, in seiner Jugend hätte man für ein solches Verhalten »an d’Backa na geba«. (GEA)

