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Kurz vor Impfung: 14 Bewohner im Haus Mauritiusblick in Ofterdingen infiziert

Niederschmetternde Test-Ergebnisse: Drei Tage vor ihrem Impftermin wurden mehr als die Hälfte der Bewohner des Haus Mauritiusblick in Ofterdingen positiv auf das Corona-Virus getestet.

Coronavirus-Darstellung
Eine 3D-Darstellung eines Coronavirus. Foto: dpa/Uncredited
Eine 3D-Darstellung eines Coronavirus.
Foto: dpa/Uncredited

OFTERDINGEN. Annette Pfleiderer hatte sich schon seit Ende Dezember bemüht. Die Leiterin des Hauses Mauritiusblick in Ofterdingen wollte erreichen, dass die Bewohner ihres Pflegeheims möglichst frühzeitig gegen das Coronavirus geimpft werden. Am Sonntag sollte die Impfung sein. Doch am Donnerstag gab es einen positiven Fall im Heim. Einen Tag zuvor war der Schnelltest bei dieser Person noch negativ ausgefallen. Weil die betroffene Person nicht gut ausgesehen hatte, wurde auf Drängen der Heimleiterin nochmals getestet, mit positivem Befund, was die Impfung dann unmöglich machte.

»Das ist fast tragisch so kurz vor dem Ziel«, sagt Beatrice Kästner, beim Träger KBF für das Haus Mauritiusblick zuständig. Statt Impfen war weiteres Testen angesagt. Mit Ergebnissen, die niederschmetternd waren. Bei 14 der insgesamt 20 Heimbewohner wurde das Virus nachgewiesen. Außerdem sind zwei Mitarbeiter infiziert, ein weiterer wurde vorsorglich in Quarantäne geschickt, weil er Kontakt mit Infizierten hatte. Alle Betroffenen haben das ursprüngliche Virus und keine der Mutationen. Ebenfalls getestet wurden alle, die nebenan im Betreuten Wohnen untergebracht sind. Auch dort gibt es einen Fall, bei dem aber ein anderer Virusstamm nachgewiesen wurde, so Kästner.

Bewohner in Quarantäne seit dem ersten positiven Befund

Seit dem ersten positiven Befund sind die Heimbewohner in Quarantäne. Besuche sind logischerweise nicht mehr möglich. Schon bisher haben die Mitarbeiter FFP2-Masken getragen, jetzt sind Schutzkittel, Haube, Überschuhe dazugekommen. Die Quarantäne wird es erst mal für 14 Tage geben, aber man ist sich bewusst, dass dies insgesamt ein längerer Prozess werden kann. Schließlich sind weitere Infektionen nicht ausgeschlossen, womit sich dann auch die Quarantäne wieder verlängern würde. In Zusammenhang mit Corona musste kein Bewohner in die Klinik eingewiesen werden. Bislang haben alle Betroffenen keine oder nur sehr milde Symptome.

Wann nun erneut ein Impftermin angesetzt wird, ist noch unklar, genauso wie die Situation. Das Heim kommt »quasi auf Wiedervorlage«, so die Umschreibung des Landratsamts. Dies bedeutet, dass das Heim nach dem vorläufigen Rausfall aus dem Impfplan sich nicht hinten anstellen muss wie bei einer Warteschlange, sondern dass der Impftermin von anderen Faktoren abhängt, nämlich dass das Heim wieder coronafrei ist.

Erst muss daher die Quarantänezeit vorbei sein, dann braucht es außerdem noch negative PCR-Tests. Der Impfarzt entscheidet dann vor Ort, wer geimpft wird beziehungsweise ob und wie es mit der Impfung derer aussieht, die die Infektion schon durchgemacht haben, erläutert das Landratsamt. (GEA)