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Im Schatten des Waakemer Ripple

Das Sommerfest des Musikvereins Wankheim setzt auf viel Brauchtum.

Hoch auf dem Rettichwagen: Volker Schall (links) und Simon Schneider gaben den Takt vor. Im Rückspiegel: Fahrer Jürgen Holoch. F
Hoch auf dem Rettichwagen: Volker Schall (links) und Simon Schneider gaben den Takt vor. Im Rückspiegel: Fahrer Jürgen Holoch. FOTO: STURM
Hoch auf dem Rettichwagen: Volker Schall (links) und Simon Schneider gaben den Takt vor. Im Rückspiegel: Fahrer Jürgen Holoch. FOTO: STURM

KUSTERDINGEN-WANKHEIM. Seit vier, fünf Jahren beginnt das Sommerfest des Musikvereins Wankheim samstags mit einer Fahrt durch den Flecken: Die Musiker sitzen auf dem Festwagen und spielen. »So holen wir die Leute aufs Fest«, sagte der zweite Vorsitzende Jürgen Holoch, der die Zugmaschine steuerte.

Dieses Mal ging es wieder gegen 6 Uhr abends los. Hinter Holoch, mit dem Rücken zur Fahrtrichtung saßen Schlagzeuger Volker Schall, mit einer Trommel, und Simon Schneider, der das tiefe Blech blies. Kurz nach dem Start, auf dem Weg in Richtung Aspenhau-Siedlung, geriet Posaunist Jürgen Lachenmaier in leichten Stress: Während er wechselnd die Mitmusiker fotografierte und Getränkeflaschen für sie öffnete, zählte Schall bereits das erste Stück ein.

Ausgedehnte Runde

Von der Siedlung aus muss es ein lustiges Bild gewesen sein: Vom Festwagen sah man dort zunächst nur die Dachkonstruktion, das von den Einheimischen so genannte »Waakemer Ripple«. Ein riesiger Papp-Rettich, der sich langsam über den Maisfeldern voran schob. Im Aspenhau stiegen weitere Musiker zu. Überall grüßten fröhliche Dorfbewohner. Kinder liefen in Scharen neben dem Wagen her.

Bei den nächsten Stücken begann Schall weniger überraschend. Er fragte: »Senn’r griicht?« Jawohl, alle bereit, anfangen! Immer mal wieder holperte der Wagen. Das brachte die Musiker nicht aus dem Konzept. »Früher war’s schwieriger. Da hast du dich aufs Laufen konzentrieren müssen«, so Jürgen Lachenmaier.

Nach einer ausgedehnten Runde trafen die Musiker an der Kirche ein, wo das Fest so richtig los ging. Er erwarte abends eine gerammelt volle Bude, hatte Jürgen Holoch bereits vor Beginn der Fahrt gesagt. Für die Untermalung beim Fest sorgte zunächst der Musikverein Roßwangen, ein Höchststufenorchester. Die Wankheimer selbst übernahmen später gegen halb zehn. »Wir spielen, solange die Leute Lust haben«, kündigte Holoch an.

Das Wetter spielte mit: Es war leicht bewölkt. »Es muss keine 37 Grad haben«, sagte Holoch in Bezug auf die Hitzeperiode der letzten Tage. Für den Sonntag waren Schauer angesagt. Das haute Holoch nicht um: »Wir sind gerüstet. Wir haben viele trockene Plätze unter der Zeltplane.«

Der Sonntag begann mit einem Gottesdienst um halb elf. Es spielten die Musikvereine aus Kusterdingen und Hagelloch sowie die Wankheimer Jugendkapelle. (mac)