Logo
Aktuell Unwetter

Gewerbegebiet am Kusterdinger Weg durch Hochwasser geflutet

Starkregen hat am Samstagabend das Gewerbegebiet an der Bundesstraße 27 zwischen Lustnau und der Kusterdinger Anhöhe unter Wasser gesetzt. Am schlimmsten betroffen war der Baumarkt Hornbach: Auf rund 12 000 Quadratmetern wurde das Einkaufszentrum mit Dreckwasser und Schlamm unterspült. Der Schaden ist immens.

Über Stunden floss Regenwasser von der Härtenhochfläche ins Gewerbegebiet an der Lustnauer B 27.
Über Stunden floss Regenwasser von der Härtenhochfläche ins Gewerbegebiet an der Lustnauer B 27. Foto: Jürgen Meyer
Über Stunden floss Regenwasser von der Härtenhochfläche ins Gewerbegebiet an der Lustnauer B 27.
Foto: Jürgen Meyer

TÜBINGEN/KUSTERDINGEN. »Es ging so unglaublich schnell«, zeigte sich Hornbach-Marktleiter Jan Götsche erschüttert. Nach stundenlangem Dauerregen ergoss sich am Samstagabend nach 17 Uhr plötzlich »eine Sturzflut aus dem Hang«. Der Baumarkt liegt direkt unterhalb der Härten-Anhöhe in den Traufwiesen, an einer alten Steige hinauf nach Kusterdingen in das heutige Gewerbegebiet. Dreck- und Schlammwasser-Kaskaden ergossen sich auf das Gelände. Im Bereich der tiefer gelegten Lkw-Laderampen für die Warenannahme sammelte sich das Wasser. »Das lief sofort voll wie eine große Badewanne und drang in den Markt ein. Binnen kurzer Zeit stand die Hälfte des 12 000 Quadratmeter großen Marktes unter Wasser. Wir haben sofort die Kunden evakuiert.«

Foto: Jürgen Meyer
Foto: Jürgen Meyer

Die alarmierten Feuerwehren aus Tübingen, Lustnau und Derendingen leiteten mittels Sandsäcken und mit Wasser befüllten dicken B-Rohr-Schläuchen das auch nach vier Stunden noch unaufhörlich aus dem Wald sprudelnde Wasser vom Markt weg. Das von der Härten-Hochfläche ins Neckartal abwärts drängende Oberflächenwasser bildete einen einzigen Wasserfall auf einer Länge von über 100 Metern, zeigte sich Kommandant Michael Oser von den Naturgewalten beeindruckt. Als die Wehr gegen 17.30 Uhr eintraf stand das Schmutzwasser bis zu 15 Zentimeter hoch im gesamten Innenbereich des Marktes. »Alle Ware, die auf dem Boden oder in unteren Regalen gelagert sind, ist betroffen«, so Götsche. »Wir trommeln am Sonntag alle Mitarbeiter umliegender Märkte zusammen, um den Schlamm rauszubekommen und den Schaden zu beheben«. Mit vier leistungsstarken Schmutzwasserpumpen beförderten die Helfer die Dreckbrühe aus dem Markt.  Dabei erwies sich eine Palette mit Kinderrutschen als besonders hilfreich. »Wir konnten damit den Hochwasserfluss überbrücken und unsere Schlauchleitungen verlegen«, so Oser.

Zur Unterstützung rückte das Technische Hilfswerk aus Ofterdingen mit mehreren Einsatzfahrzeugen an. Das benachbarte Umspannwerk Großholz, das ein Drittel der Tübinger Haushalte und Betriebe mit Strom versorgt, lag in Gefahrenbereich und musste gesichert werden. Der Chef des ebenfalls benachbarten Handelsunternehmens Cerona befand sich auf dem Frankfurter Flughafen, als seine App ihm Hochwasser im Firmengebäude meldete, so Oser. Die Aufräumarbeiten zogen sich bis in den Sonntag hinein. (GEA)