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Aktuell Bestattungsplatz

Friedhof Derendingen: Grundstück geht an die evangelische Kirchengemeinde zurück

Pfarrer Friedhelm Schweizer, Bernd Walter, Leiter des Tübinger Friedhofswesens, und Albert Füger, Leiter der Kommunalen Service-
Pfarrer Friedhelm Schweizer, Bernd Walter, Leiter des Tübinger Friedhofswesens, und Albert Füger, Leiter der Kommunalen Service-Betriebe, bei der symbolischen Entfernung des Auszugs aus der Friedhofssatzung, die sich am Zugang zum historischen Kirchhof befand. Foto: Gudrun de Maddalena
Pfarrer Friedhelm Schweizer, Bernd Walter, Leiter des Tübinger Friedhofswesens, und Albert Füger, Leiter der Kommunalen Service-Betriebe, bei der symbolischen Entfernung des Auszugs aus der Friedhofssatzung, die sich am Zugang zum historischen Kirchhof befand.
Foto: Gudrun de Maddalena

DERENDINGEN. Der historische Kirchhof an der St.-Gallus-Kirche in Derendingen diente lange Zeit als Bestattungsplatz. Jetzt hat die Universitätsstadt Tübingen diesen Teil als Friedhof entwidmet und an die Evangelische Kirchengemeinde Derendingen zurückgegeben. Die Nutzung als Friedhof ging auf einen Vertrag aus dem Jahr 1891 zwischen der Kirche und der damaligen Gemeinde Derendingen zurück. Der Vertrag erlaubte der Gemeinde Derendingen, den Kirchhof als Bestattungsplatz zu nutzen, wenn sie im Gegenzug die kirchliche Fläche einschließlich der Mauern baulich unterhält.

Mittlerweile bestehen genügend Friedhofsflächen westlich des alten Derendinger Friedhofs, und die Grabnutzungsrechte im historischen Kirchhof waren abgelaufen. Die Friedhofsverwaltung hat alle Gräber oberflächlich abgeräumt. Die Überreste der hier beigesetzten Verstorbenen bleiben unangetastet unter der Grasnarbe. Ein Tor und ein mit Efeu begrünter Zaun trennen jetzt den Friedhof von der Kirche. Die Kirchengemeinde kann die Fläche fortan denkmalschutzgerecht für ihre Zwecke nutzen. Zudem sind die Unterhaltungslasten klar getrennt.

Bestattungen waren lange Zeit eine rein kirchliche Angelegenheit. Friedhöfe wurden oft im unmittelbaren Umfeld von Kirchen angelegt und mit einer Mauer von der profanen Welt außerhalb abgetrennt. Je näher ein Grab dem Altar war, desto höher war der Rang, den die Verstorbenen in der Gesellschaft eingenommen hatten. In Derendingen zeigen die Grabplatten an der Außenwand der Kirche, dass in der Nähe des Altars Pfarrer und Fabrikanten ihre letzte Ruhestätte fanden. Selbstmörder hingegen wurden oft außerhalb der Einfassungsmauer in nicht geweihter Erde bestattet. (pm)