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Aktuell Stromausfall

Ein Sechstel der Mössinger Haushalte ohne Energie

Geschlossene Türen vor Mössinger Supermärkten. Foto: Jürgen Meyer
Geschlossene Türen vor Mössinger Supermärkten.
Foto: Jürgen Meyer

MÖSSINGEN. Ein Energie-Blackout während des Lockdowns hat am Montagnachmittag für bis zu zwei Stunden zu einem Blackout in Teilen Mössingens geführt. Um 12.38 Uhr gab es laut Stadtwerken einen Kurzschluss im Mittelspannungsnetz, also dem Teil des Stromnetzes, das für die Energieversorgung mehrere Ortsteile aufrechterhalten wird. Die Störung wurde in einer Trafostation nahe des ehemaligen Dölker-Industriegeländes an der Ofterdinger Straße lokalisiert. Rund ein Sechstel aller Mössinger Haushalte waren daraufhin ohne Strom; insbesondere der Stadtteil Bästenhardt mit dem Gewerbegebiet, Belsen sowie Bereiche nördlich der Bahnlinie in Richtung Ofterdingen. Das Netzbetriebspersonal konnte nach rund zwei Stunden alle Haushalte wieder mit Strom versorgen.

Der plötzliche Stromausfall während der Hochphase des Weihnachtseinkaufs hat für einen Ausnahmezustand in den vollen Supermärkten gesorgt. Kunden und Mitarbeiter schauten sich ratlos an, als es zunächst flackerte, dann zappen düster im Laden wurde. Im Neukauf konnte zwar noch eine gute halbe Stunde lang der Betrieb mit Notstrom aufrechterhalten werden, aber dann schaltete sich die Beleuchtung ab. Die Einkäufer wurden von der Marktleitung gebeten, ihre Wagen stehen zu lassen und den Markt umgehend zu verlassen. Mitarbeiter öffneten die Schiebetüren manuell. Wer mitdachte, brachte sein Hackfleisch noch zurück zur Wursttheke und stellte die Pizzen in die Tiefkühltruhe. Pech auch für die sich gerade im Bezahlvorgang befindlichen Kunden, denn die elektronischen Kassen streikten ebenfalls. »Kommen Sie wieder, wenn der Strom wieder da ist«, hieß es. Die Unterbrechung des Geschäftsbetriebs bereitete der Filialleitung indessen große Sorgen wegen der Kühlregale – es war schließlich nicht abzusehen, wie lange der »Saft« nicht verfügbar war.

Im benachbarten Aldi bildete sich, ebenfalls in Unkenntnis der Sachlage, eine lange Schlange vor den geschlossenen Türen. Angesichts eines pandemiebedingten straffen Einkaufs-Zeitfensters wurden einige Kunden recht nervös. In Bästenhardt standen Apotheke, Bankfilialen, Bäcker und Postagentur vor den gleichen Problemen; in den Arztpraxen wurde der Stromausfall zum imaginären Notfallpatienten. Lahm gelegt auch alle Haushalte, zahlreiche Betriebe und alle im Homeoffice arbeitenden, auf das Internet Angewiesenen. Zwangspause für zahlreiche Handwerker. Ausfall auch der elektronischen Anzeigetafeln am Bahnhof. (GEA)