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Der Kusterdinger Kindergarten bekommt einen neuen Namen

Aus Hindenburg wird »Am Weinberg«: Zum sechzigjährigen Bestehen wird der Kindergarten umbenannt.

Martina Mader-Sorg vom evangelischen Kirchenbezirk (links vom Schild) und Pfarrerin Susanne Fleischer (rechts) enthüllen den neu
Martina Mader-Sorg vom evangelischen Kirchenbezirk (links vom Schild) und Pfarrerin Susanne Fleischer (rechts) enthüllen den neuen Kindergartennamen. FOTOS: STRAUB Foto: Andreas Straub
Martina Mader-Sorg vom evangelischen Kirchenbezirk (links vom Schild) und Pfarrerin Susanne Fleischer (rechts) enthüllen den neuen Kindergartennamen. FOTOS: STRAUB
Foto: Andreas Straub

KUSTERDINGEN. Der Kusterdinger Hindenburg-Kindergarten heißt jetzt »Am Weinberg«. Dabei ist von einem Weinberg weit und breit in der Kusterdinger Ortsmitte nichts zu sehen. Offenbar gab es dort aber früher einmal Weinanbau. Davon jedenfalls zeugt der Name »Weinbergstraße«, an den der evangelische Kindergarten grenzt. Bisher hieß er »Hindenburgstraße«, umgangssprachlich »Hindenburg-Kindergarten«. Weil Hindenburg eine kritische historische Figur ist, legt der Kindergarten nun diesen Namen ab. Bei seinem Sommerfest zum 60-jährigen Bestehen wurde er in »Am Weinberg« geändert – ein Vorschlag aus der Kirchengemeinde.

Paul von Hindenburg war Oberbefehlshaber im Ersten Weltkrieg. Er wurde 1925 zum zweiten Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt. 1932 wurde er wiedergewählt. Am 30. Januar 1933 ernannte er Adolf Hitler zum Reichskanzler. Kritik am bisherigen Namen, sagte Bürgermeister Jürgen Soltau auf Nachfrage, habe er nicht gehört.

Die Initiative komme vom Träger, der evangelischen Kirche. »Der Name passt einfach nicht mehr«, so Soltau. Denn es gelte: Nomen est omen. Der Name ist also ein Zeichen. Die Straße allerdings soll weiterhin nach Hindenburg benannt sein. Diesen Namen zu ändern, erklärte Soltau, wäre umständlich und mit einigen Kosten verbunden, etwa für neue Straßen- und Firmenschilder.

»Die Bürger sind daran gewöhnt und mir ist nicht bekannt, dass ihn jemand ändern will«, sagte Soltau. Im Kindergarten sei dagegen der Anspruch, dass die Kleinen viel Schönes erleben und viel lernen. Die Gemeinde trage ihr »Scherflein« dazu bei, zuletzt mit einem neuen Klettergerüst.

Der Kindergarten ist weiterhin nach der angrenzenden Straße benannt, sagte die Kusterdinger Pfarrerin Susanne Fleischer. Allerdings richte man den Blick in die andere Richtung. »Trauben sind gute Früchte zur Freude der Menschen«, sagte Fleischer. Wenngleich Wein kein gutes Getränk für Kinder sei.

Sie enthüllte das neue Schild unter dem Jubel der Kinder und Eltern zusammen mit Martina Mader-Sorg vom Träger, dem evangelischen Kirchenbezirk. Das neue, dazu passende Logo hat Barbara Rüttiger entworfen.

Geschenke für die Kinder

Die derzeit 31 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren erhielten bei der Feier als Geschenke T-Shirts mit dem Aufdruck des neuen Namens in ihren jeweiligen Größen. Die Eltern hatten fleißig Kuchen gebacken. Für die Erwachsenen gab es Sekt, für Kinder Traubensaft.

Ab September wird die Betreuungseinrichtung unter Leitung von Ulrike Dapp zweizügig, wie Jutta Ziedler vom evangelischen Kirchenbezirk berichtete. Dann werden 44 Kinder in zwei Gruppen im nun unter dem Namen »Am Weinberg« firmierende Kindergarten von fünf Erzieherinnen betreut. (stb)