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Abholzung in Ofterdingen sorgt für Unmut

Abholzung im Ofterdinger Baugebiet »Im Grund« sorgt für Unmut und Fragen an die Ortsverwaltung

Baugebiet Im Grund nach Kappung der Hecke.  FOTOS: BLAICH
Baugebiet Im Grund nach Kappung der Hecke. FOTOS: BLAICH Foto: Gea
Baugebiet Im Grund nach Kappung der Hecke. FOTOS: BLAICH
Foto: Gea

OFTERDINGEN. Gerade war sie noch da, am Ende der Woche ist sie nur noch Erinnerung. Die große Hecke im Ofterdinger Neubaugebiet »Im Grund« ist Geschichte. »Auf einen Schlag wurden viele Vögel heimatlos«, entrüstet sich eine Ofterdingerin über den unerwarteten Kahlschlag und kritisiert, dass man sich davor hätte Gedanken machen müssen, was erhaltenswerte Biotope sind. Schließlich ist den Grundstückseigentümern ja aufgegeben, die Hecke zu hegen und zu pflegen. So, wie es jetzt aussieht, ist der Eindruck ein gegenteiliger.

Ofterdingens Hauptamtsleiter Alexander Schwarz räumt ein, dass dieser Eindruck entstehen kann, stellt aber auch klar, dass alles rechtens ist. Die Hecke habe sich auf über fünf Meter Breite ausgedehnt. »Sie war so breit, dass sie schon im Baufenster war«, so Schwarz. Den Grundstückseigentümern war es daher erlaubt, dagegen vorzugehen. Da sich bei einem solchen Gestrüpp in der Regel in der Mitte ein Loch bilde, blieben beim Stutzvorgang nur noch Reste der Hecke übrig. In so einem Fall ist festgelegt, dass die Hecke von den Grundstückseigentümern neu angelegt werden muss.

13 Straucharten erlaubt

Was freilich wohl erst im Herbst geschehen wird. Schließlich sollen jetzt erst die Grundstücke bebaut werden. Während der Baumaßnahmen macht es keinen Sinn, anzusäen. Bis wann die Hecke, für die 13 Straucharten erlaubt sind, wieder Nistqualität für Vogel haben wird, ist schwer zu sagen. Wenn drei Seiten der Hecke bebaut sind, ist ihr ökologischer Nutzen sowieso sehr eingeschränkt. Hauptamtsleiter Schwarz verweist daher auf eine ganze Palette an Ausgleichsmaßnahmen, die von der Gemeinde für das Baugebiet »Im Grund« realisiert wurden und werden.

Hecke im Baugebiet »Im Grund« in Ofterdingen, die abgeholzt wurde.
Hecke im Baugebiet »Im Grund« in Ofterdingen, die abgeholzt wurde. Foto: Gea
Hecke im Baugebiet »Im Grund« in Ofterdingen, die abgeholzt wurde.
Foto: Gea

Nicht nur die drei Laubfrosch-Tümpel, die kürzlich der Ofterdinger Nabu-Vorsitzende Stefan Schmid als unzureichend charakterisiert hatte, sind damit gemeint. Am sichtbarsten dürfte die 300 Meter lange Hecke am Radweg nach Dettingen sein. Dazu zählt aber auch die Renaturierung des Bachsatzgrabens, die Umwandlung einer artenarmen Fettwiese in eine artenreiche, was am Waldrand beim Waldkindergarten gemacht wird. Zudem wurde den neuen Bewohnern des Baugebiets auferlegt, für Fledermausquartiere zu sorgen und es gibt ein Pflanzgebot für Bäume auf ihren Grundstücken. Wie wichtig der Naturschutz für die Gemeinde ist, zeigt sich laut Schwarz auch daran, dass dieser im neuen Gemeindeentwicklungskonzept ein »entscheidender Bereich« sei.

So hofft Schwarz auch, dass die Gemeinde für ihr Projekt »Blühende Gärten« breite Unterstützung bekommt. Damit soll im Ort das Insektensterben bekämpft werden. Die Gemeinde selbst will Blumensamen auf der Wiese beim Rathaus aussäen. Auf Anraten des Nabu-Vorsitzenden Schmid soll auf dem Dach des Regenüberlaufbeckens Hafnerstraße zwar Humus aufgebracht, aber nichts ausgesät werden. Die Natur soll ihren Lauf nehmen. (GEA)