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Täglich Schicksalsschläge in der Kinderchirurgie

Die ZmS-Reporterinnen Julia und Eléna haben in der Kinderchirurgie des Olga-Hospitals in Stuttgart mit einer Krankenschwestern und Patienten gesprochen

Die ZmS-Reporterinnen mit Kinderkrankenschwester Daniela Lutz (Mitte).
Die ZmS-Reporterinnen mit Kinderkrankenschwester Daniela Lutz (Mitte). Foto: Gea
Die ZmS-Reporterinnen mit Kinderkrankenschwester Daniela Lutz (Mitte).
Foto: Gea

STUTTGART. Mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus fliegen und neun Wochen dort leben? Damit rechnet niemand. Doch das und vieles mehr haben wir bei unserem Besuch im Olga-Hospital in Stuttgart auf der Station der Kinderchirurgie hautnah erfahren und sehen dürfen.

Daniela Lutz war schon von Anfang an klar, dass sie etwas mit Kindern machen möchte. Zuerst war ihr Traumberuf Hebamme, doch als sie dort keinen Ausbildungsplatz fand, entschied sie sich für eine Bewerbung als Kinderkrankenschwester und hatte damit Erfolg. Seit über dreißig Jahren arbeitet sie in diesem Beruf und das noch bis heute mit Freude. Auf der Station der Kinderchirurgie liegen gerade 24 Patienten, mit denen die Station auch voll belegt ist.

In diesem Beruf arbeitet man als volle Kraft an fünf Tagen in der Woche für jeweils knapp acht Stunden tagsüber. Nachts dauert die Schicht zehn Stunden inklusive einer Stunde Pause. Sie selbst will sich nicht über die Arbeitszeit beschweren. Sie liebt die Tätigkeiten in ihrem Beruf, auch wenn manch eine Schicht sehr stressig ist. »Hier werden nicht nur meine medizinischen Kenntnisse gefordert. Ich habe jeden Tag auch etwas mit neuen Menschen, Kulturen und Sprachen zu tun.« Die Krankenschwester hat täglich eine Anreise von einer Stunde, um an ihren Arbeitsplatz zu gelangen und hat sich bewusst dafür entschieden.

Die Pflege und die ärztliche Versorgung im Olga-Hospital in Stuttgart werden von den Patienten gelobt. Das Essen hat dagegen noc
Die Pflege und die ärztliche Versorgung im Olga-Hospital in Stuttgart werden von den Patienten gelobt. Das Essen hat dagegen noch Verbesserungsbedarf. FOTOS: DPA, ZMS Foto: Deutsche Presse Agentur
Die Pflege und die ärztliche Versorgung im Olga-Hospital in Stuttgart werden von den Patienten gelobt. Das Essen hat dagegen noch Verbesserungsbedarf. FOTOS: DPA, ZMS
Foto: Deutsche Presse Agentur

Wir hatten die Möglichkeit, auch mit Patienten und deren Eltern zu sprechen. Dennis, ein 15-jähriger Junge, verbrachte vor einer Weile aufgrund eines geplatzten Blinddarms neun Wochen auf der Station und dachte, dass alles wieder gut sei. Doch durch einen Abzess, eine Eiteransammlung in seinem Körper, ist er jetzt wieder seit über einer Woche in stationärer Behandlung. Wir fragten uns, wie es möglich sei mit der Schule. Denn der Gymnasiast verpasst seinen ganzen Unterricht. »Außer dem Stoff, den meine Klassenkameraden mir bringen, hat das Krankenhaus eine extra Station, an die regelmäßig Lehrer kommen und uns Patienten unterrichten.« Ein super Angebot, finden wir beide.

Geburtstag im Krankenhaus

Eine Mutter, deren einjähriger Sohn mit dem Hubschrauber in das Krankenhaus eingeliefert werden musste, verbringt nun schon neun Wochen im Krankenhaus. »Der kleine Jannis leidet an einer organischen Fehlbildung, doch es geht langsam bergauf«, schilderte die Mutter uns, während sie ihn fütterte. Außerdem erklärte sie uns, dass der Vater von ihrem Heimatort am Bodensee regelmäßig herfahren muss. Ihr Sohn feierte seinen ersten Geburtstag im Krankenhaus, doch sie sind sehr zuversichtlich, dass es nun besser wird. Ein sehr schwerer Schicksalsschlag, den wir Schülerinnen erst mal verdauen mussten.

Weitere Eltern und Patienten bewerteten das Krankenhaus ähnlich. Sie lobten die Pflege und ärztliche Versorgung, doch kritisierten sie das Essen. Dies bestätigten uns auch die Krankenschwestern. An der Kantine sollte noch gearbeitet werden.

Wir beide hatten einen tollen Nachmittag im Olga-Hospital und konnten feststellen, was für eine große Verantwortung solch ein Beruf mit sich bringt, aber auch, welche harten Schicksalsschläge manche Menschen tragen müssen. Wir freuen uns, dass wir eine solche Erfahrung machen durften und bedanken uns bei Daniela Lutz für die Führung durch die Station. (ZmS)

 

Julia Degler und Eléna Neaimeh, HAP-Grieshaber Gymnasium, Rommelsbach, Klasse 9b

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