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Wann die drei Reutlinger Museen offen haben und was es zu sehen gibt

Im Kunstmuseum zu sehen: Werke von François Joseph Chabrillat.  FOTO: PRIVAT
Im Kunstmuseum zu sehen: Werke von François Joseph Chabrillat. FOTO: PRIVAT
Im Kunstmuseum zu sehen: Werke von François Joseph Chabrillat. FOTO: PRIVAT

REUTLINGEN. Das Naturkundemuseum, das Heimatmuseum und das Kunstmuseum sind am Donnerstag, 21. Mai, jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Jedes Museum wartet mit spannenden Themen auf.

Im Naturkundemuseum gibt es die Naturgeschichte der Erde, des Lebens und der Region zu entdecken: Gesteine und Minerale, die unseren Planeten formen, Tiere und Pflanzen, die ihn seit 3,5 Milliarden Jahre beleben. Leuchtende Steine bezaubern ebenso wie funkelnde Kristalle oder 190 Millionen Jahre alte Großfossilien aus dem schwäbischen Jura, darunter auch ein fünf Meter langes Meereskrokodil aus Reutlingens Untergrund. Und nicht nur draußen summt und brummt, grünt und blüht es: Stimmungsvolle Szenarien von heute typischen Lebensräumen versetzen mal auf die Streuobstwiese, mal in den Auwald der Fließgewässer oder den Buchenwald.

Zudem ist die Sonderausstellung »Hochstapler, Schnüffler, Trunkenbolde und andere verrückte Schmetterlinge« zu sehen mit Fotografien von Ingo Arndt und Objekten aus der Sammlung des Naturkundemuseums. Schmetterlinge bilden mit knapp 160 000 beschriebenen Arten, nach den Käfern, die umfangreichste Gruppe innerhalb der Insekten und gehören mit ihrer zerbrechlichen Schönheit zu den großen Sympathieträgern im Tierreich.

Das ist bekannt. Aber wer weiß schon, dass es unter ihnen auch Dauerläufer, Trunkenbolde, Hochstapler, Taucher und sogar sprechende Schmetterlinge gibt? Mit spektakulären Fotografien lüftet Ingo Arndt diese und viele weitere Geheimnisse aus dem Leben der Schmetterlinge. Neben einem hohen Maß an Bildästhetik und spannenden Texten des bekannten Autors Claus-Peter Lieckfeld, eröffnet diese Ausstellung eine Welt, die uns wieder einmal staunen lässt.

Ingo Arndt ist einer der international bedeutendsten Tier- und Naturfotografen. Seine Bilder werden in den führenden Magazinen weltweit veröffentlicht und gewannen zahlreiche Preise, unter anderem bisher achtmal beim Wildlife Photographer of the Year. Für die Schmetterlinge verbrachte er zusammen mit seiner Frau Silke viele Monate in den unterschiedlichsten Ländern der Erde. Oftmals wurde er aber auch direkt vor der eigenen Haustür fündig. Der Eintritt ist frei.

Stadtgeschichte zum Greifen nah

Stadtgeschichte hautnah lässt sich im Heimatmuseum erkunden. In der Dauerausstellung geben über 1 000 Objekte Einblicke in die Vergangenheit der ehemaligen Reichsstadt. So lässt sich Spannendes rund um Themen wie die mittelalterliche Stadtgründung, die Reformation, die städtische Gerichtsbarkeit, den Stadtbrand von 1726 oder die Zünfte in Reutlingen entdecken. Eigene Abteilungen sind den zwei großen Söhnen der Stadt gewidmet: dem Eisenbahnpionier Friedrich List und dem Schriftsteller Hermann Kurz. Das 19. Jahrhundert wird mit einer Marktplatzinszenierung lebendig, im ehemaligen Luftschutzkeller werden Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit begreifbar. Im Garten des Heimatmuseums laden steinerne Zeugnisse ebenfalls zum Schauen ein.

Das Kunstmuseum bietet den Besuchern ein Ausstellungsprogramm, das dazu einlädt, die Räume im Spendhaus und in den Wandelhallen neu zu entdecken. Die Wandarbeit Elevation (2020) des Reutlinger Künstlers Eckart Hahn wurde speziell für das Kunstmuseum Reutlingen / Spendhaus geschaffen. Über fünf Etagen hat der für seine mimetische und zugleich surreal anmutende Malerei bekannte Künstler auf der neuen Liftverkleidung ein Gesamtkunstwerk für das Kunstmuseum geschaffen. Im Kunstmuseum Reutlingen / Spendhaus ist nun die Ausstellung »Im Wald geboren. Jems Koko Bi & HAP Grieshaber« zu sehen.

Was die Künstler Jems Koko Bi (geboren 1966) und HAP Grieshaber (1909–1981) verbindet, sind Themen, Werte und Materialität. Der Baum und seine Substanz stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. In dem präzisen, fast zärtlichen Umgang mit Holz kommt die hohe Wertschätzung zum Ausdruck, die beide für das Material ihrer Kunst zeigen. Beide Künstler thematisieren in ihren Werken das Schicksal des Waldes, welches untrennbar mit dem der Menschheit verbunden ist. Auf eigensinnige Weise setzt sich François Joseph Chabrillat (1960–2019) in seinem 50-teiligen Zyklus Moby Dick mit der konzeptuellen und minimalistischen künstlerischen Praxis seiner Kollegen und dem Ausstellen von Kunst in den Sechziger- bis Achtzigerjahren auseinander: Er kombiniert Fotografien ikonischer Kunstausstellungen mit Textzitaten aus Herman Melvilles gleichnamigem Klassiker. In der Ausstellung »Moby Dick. François Joseph Chabrillat (1960–2019) und die Kunst der Moderne« trifft der Grafikzyklus auf ausgewählte Ausgaben des Romans und Werke aus der Sammlung des Kunstmuseums.

Außerdem gibt es die erfolgreiche Ausstellung »An Ort und Stelle. Fotografie des Gegenwärtigen« im Kunstmuseum Reutlingen/konkret, Wandelhallen. Präsentiert wird zeitgenössische Fotokunst von Viktoria Binschtok, Julian Faulhaber, Mareike Foecking, Stephanie Kiwitt, Barbara Probst und Wolfgang Zurborn zusammen mit einer Raumspiegelung von Nikolaus Koliusis. (GEA)