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Reutlinger Kaufhof: Zwischennutzung ist vom Tisch

Die Stadt Reutlingen muss die Reißleine ziehen: Die leere Fläche des Gebäudes sollte mit Ausstellungen und anderen Veranstaltungen gefüllt werden. Nun will die Stadt versuchen, diese Ideen in anderen, kleineren Leerständen in der Innenstadt umzusetzen.

Stadtbildprägend: Das Gebäude der ehemaligen Galeria Kaufhof von oben.
Stadtbildprägend: Das Gebäude der ehemaligen Galeria Kaufhof von oben. Foto: Frank Pieth
Stadtbildprägend: Das Gebäude der ehemaligen Galeria Kaufhof von oben.
Foto: Frank Pieth

REUTLINGEN. Schon lange, bevor beim Reutlinger Galeria Kaufhof  Ende Januar zum letzten Mal die Kassen klingelten, hatte die städtische Wirtschaftsförderung Mittel für die Zwischennutzung des Gebäudes aus dem Bundesprogramm »Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren (ZIZ)« beantragt - und kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres auch die Zusage für insgesamt 780.000 Euro bekommen. Am 1. Juni hätten sich die Türen des markanten Bauwerks in der Karlstraße vorübergehend wieder öffnen können. Doch kurz zuvor musste die Stadt mit großem Bedauern die Reißleine ziehen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Ausschlaggebend für die Entscheidung: Ein unterschriftsreifer Mietvertrag und ein abgestimmtes Brandschutzkonzept blieben bis zuletzt aus. Die ZIZ-Fördermittel hätten jedoch nur bis zum 31. Dezember dieses Jahres zur Verfügung gestanden, weswegen eine Zwischennutzung aus wirtschaftlicher Sicht für die Stadt Reutlingen und den Fördermittelgeber nicht mehr tragbar gewesen wäre. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis war in der verbleibenden Zeit nicht zu rechtfertigen. Selbst wenn Mietvertrag und abschließendes Brandschutzkonzept Ende Mai vorgelegen hätten, wären noch baurechtliche Entscheidungen sowie Ausschreibungen und Vergaben für Umbaumaßnahmen und Ausstattung notwendig gewesen, die weitere rund sechs bis acht Wochen in Anspruch genommen hätten, von etwaigen Lieferzeiten einmal ganz abgesehen. Vor Ende Juli - und damit vor dem Beginn der Sommerferien - wäre hinter der eigenwilligen Fassade also erst einmal gar nichts gelaufen.

Änderungsantrag ist in Arbeit

An vielfältigen Ideen hätte es dagegen nicht gemangelt. Ende Januar/Anfang Februar hatte die Stadt Workshops mit Reutlinger Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Einzelhandel, Gastronomie, Kunst und Kultur, Bildung und Wissen sowie Freizeit und Sport  abgehalten, um ein tragfähiges Zwischennutzungskonzept zu erarbeiten. Zahlreiche Interessierte hatten sich eingefunden, um insgesamt 1.200 Quadratmeter Ladenfläche mit neuem Leben zu füllen. Ausstellungen, Veranstaltungen, Arbeits- oder Lernflächen, aber auch Bewegungsangebote hätten realisiert werden können. Die vielversprechenden Ideen der Mitwirkenden gehen nun aber nicht verloren: Die Stadt Reutlingen will versuchen, sie in anderen, kleineren Leerständen in der Innenstadt umzusetzen. Der dafür erforderliche Änderungsantrag beim Fördermittelgeber ist bereits in Arbeit. (pm)