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Aktuell Ostern

Mehr als 12.000 bemalte Eier beim Eiermarkt in Dapfen

Weit mehr als 12 000 kleine und zerbrechliche Kunstwerke bilden diesen 27. Dapfener Eiermarkt, der am Sonntag, 10. März, im Rahmen eines konzertanten Gottesdienstes mit dem Familien-Ensemble »Die ganze Hingerey« um 9.45 Uhr in der Martinskirche eröffnet wird.

Ein liebevoll präsentiertes Angebot.
Ein liebevoll präsentiertes Angebot. Foto: Maria Bloching
Ein liebevoll präsentiertes Angebot.
Foto: Maria Bloching

GOMADINGEN-DAPFEN. »Auf unserem Eiermarkt liegt ein besonderer Segen«, sagt Ursula Bogner-Kühnle, eine von rund 15 Dapfener Eierfrauen. Das ganze letzte Jahr über haben sie zusammen ausgeblasene Wachtel-, Hühner-, Enten- und Gänseeier bemalt, marmoriert, beschriftet, geschmückt und zu Kränzen gebunden, jetzt können diese beim Eiermarkt bestaunt und gekauft werden.

Weit mehr als 12 000 kleine und zerbrechliche Kunstwerke bilden diesen 27. Dapfener Eiermarkt, der am Sonntag, 10. März, im Rahmen eines konzertanten Gottesdienstes mit dem Familien-Ensemble »Die ganze Hingerey« um 9.45 Uhr in der Martinskirche eröffnet wird. Darunter sind zahlreiche Aquarelleier mit Kirchen-, Blumen-, Tier- und Naturmotiven, bemalte Wachteleier mit Blumen- und Tierbildern, Eier mit Scherenschnitten und Filzmustern sowie natürlich die Dapfener Brauchtumseier, die jedes Jahr in die ganze Welt hinausgehen.

»Sogar in nicht christliche Länder«, wie Ursula Bogner-Kühnle erzählt. Nach Japan wird beispielsweise stets ein festes Kontingent verschickt, diesmal 27 Stück. Alle Brauchtumseier werden von ihr selbst beschriftet – mit Bibelworten, Psalmen und einer individuellen Widmung. »Die Bestellungen laufen das ganze Jahr über ein.« Allein 300 Stück gehen an ein Stuttgarter Steuerbüro, das damit Mandanten beschenkt.

Das ganze Jahr über arbeiten die Dapfener Eierfrauen an ihrem jährlichen Markt, der zahlreiche Besucher aus weitem Umkreis in di
Das ganze Jahr über arbeiten die Dapfener Eierfrauen an ihrem jährlichen Markt, der zahlreiche Besucher aus weitem Umkreis in die Kirche lockt. FOTOS: BLOCHING Foto: Maria Bloching
Das ganze Jahr über arbeiten die Dapfener Eierfrauen an ihrem jährlichen Markt, der zahlreiche Besucher aus weitem Umkreis in die Kirche lockt. FOTOS: BLOCHING
Foto: Maria Bloching

Schon viel Gutes konnte mit dem Erlös aus dem Eiermarkt getan werden: »Wir haben das Gemeindehaus, das Pfarrhaus und die Kirche renoviert, außerdem können wir jedes Jahr zahlreiche Projekte mit Spenden unterstützen.« Dank des Eiermarkts ist die Kirchengemeinde Dapfen »keine arme Gemeinde«. Allein der Erlös aus 400 Eiern kommt eins zu eins der Kinderkrebshilfe zu.

Nachfrage steigt weiter

Fast das ganze Jahr über treffen sich Frauen immer dienstags im Pfarrsaal, um an den Eiern zu arbeiten. Sogar Frauen aus Bad Urach, so wie Renate Abel, »weil es Spaß macht und stets gut wird«. Ein einziges Ehepaar hat für diesen Eiermarkt 680 Wachteleierkränze gebunden, letztes Jahr waren es 480.

Dapfener Eiermarkt

Dapfener Eiermarkt

Der Eiermarkt in der Dapfener Kirche hat bis Karfreitag täglich von 12 bis 17 Uhr geöffnet, Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Ursula Bogner-Kühnle führt durch den Wasseralfinger Kreuzweg und nimmt vor Ort persönliche Widmungen an Brauchtumseiern vor. Nach einer Voranmeldung sind jederzeit Führungen und Meditationen möglich. (GEA)

07385 1010info@pfarramt-dapfen.de

»Die Bestellungen nehmen zu. 2018 waren schon drei Wochen vor Ostern alle Eier vergriffen, sodass wir noch nachlegen mussten«, verrät Ursula Bogner-Kühnle, die sich an die bescheidenen Anfänge mit Eierverzierungen im Frauenkreis Anfang der 1990er-Jahre erinnert. Die 200 Eier beim ersten Eiermarkt im »Pfarrsäle« 1992 waren schnell verkauft, der Erfolg stellte sich in den Folgejahren nach und nach ein.

Dazu trug auch der Wasseralfinger Kreuzweg von Sieger Köder bei, der mit 14 ausdrucksstarken Bildern auf ganz besondere Weise das Kreuzesgeschehen erfahren lässt. »Sieger Köder übersetzt alles in Liebe, das ist außergewöhnlich«, weiß die Pfarrersfrau, der der Künstler vor einigen Jahren den Wasseralfinger Kreuzweg überlassen hat. (GEA)