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Gomadingens Finanzen: Noch einmal ein Traumergebnis

Mit der Jahresrechnung für 2018 verabschiedet sich auch Gomadingen endgültig von der kameralistischen Haushaltsführung. Highlight war die Hallenbadsanierung

Das Becken ist bereit für Schwimmer.
Die Gomadinger Gemeinderäte beschäftigten sich mit der Jahresrechnung für 2018. Highlight war die Hallenbadsanierung. Foto: Markus Niethammer
Die Gomadinger Gemeinderäte beschäftigten sich mit der Jahresrechnung für 2018. Highlight war die Hallenbadsanierung.
Foto: Markus Niethammer

GOMADINGEN. »Es wird spannend«, versprach Bürgermeister Klemens Betz, der seinen Gemeinderat gleich in dessen erster Arbeits-Sitzung darauf eingestimmt hat, dass selbst für seine nach wie vor schuldenfreie Kommune »die besten Jahre vorbei« sein könnten, zumal nicht nur die zu erwartenden Einnahmen aus dem Gemeindewald deutlich zurück gingen. Keinen Hehl machte Betz auch daraus, dass er die geforderte Bildung eines gemeindeeigenen Gutachterausschusses verbunden mit einer Ausgabe von 10 000 Euro als »völlig unnötig« ansehe und er auch kein Freund der künftig doppischen Haushaltsführung sei, die sich das Land jedoch – weil von der Sache her viel zu aufwendig – selbst verkneift.

Besonders aufwendig war es in Folge dieser Umstellung jetzt auch für Kämmerin Silke Hirsch, den vorgelegten Jahresabschluss für das Rechnungsjahr 2018 zu erstellen, der mit 5,57 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 1,62 Millionen Euro im Vermögensetat festgestellt worden ist. Seine »Highlights« sind die 1,4 Millionen Euro teure Sanierung des Hallenbades, die flächendeckende Schaffung schneller Internetverbindungen für 1,36 Millionen Euro sowie den Beginn des Umbaus der Gomadinger Mühle, die auch noch 2020 weitergeht.

Mit 1,49 Millionen Euro sind im Vergleich zum Vorjahr 2017 besonders deutlich die Personalaufwendungen gestiegen, was Silke Hirsch auch mit mehr Personal im Bereich Kindergärten begründet hat. Für jeden der 68 Grundschüler errechnete sie einen Zuschussbedarf von 1 630,39 Euro und pro Kindergartenkind trotz Elternbeiträgen 3 962,21 Euro.

Der Kostendeckungsgrad für Gomadingens Sternberghalle verbesserte sich dank Mieteinnahmen bei 15 Hochzeiten auf 22,84 Prozent. Dagegen zählte man wegen der rund viereinhalbmonatigen Umbauzeit des Sternberghallenbads 2018 hier nur 24 841 Besucher (im Vorjahr waren es 37 706), was sich auch mit einem Fehlbetrag von 202 007 Euro bei den Betriebskosten bemerkbar macht.

Was sich langfristig rechnet für die Gemeinde, ist die erfolgte Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED, wodurch sich die Stromkosten trotz gestiegener Energiepreise auf 18 814 Euro reduziert haben. Als eine der weniger Kommunen im Landkreis trägt Gomadingen noch die Besamungskosten in landwirtschaftlichen Betrieben: 2018 waren das 9 236,25 Euro. Nahezu verdoppelt haben sich die Einnahmen aus Kurtaxe mit 6 484,16 Euro, wohingegen der Rückgang um knapp 4 000 Euro bei der Hundesteuer rein rechnerische Gründe habe, versicherte Bürgermeister Betz. Mehrere Nachzahlungen und damit Einnahmen von 456 744,48 Euro gab es bei der Gewerbesteuer. Auch stiegen Schlüssel- und andere Zuweisungen des Landes auf 2,725 Millionen Euro an. Leider, sagte Betz, lasse sich diese Einnahmenquelle nicht beeinflussen, da sie allein von der Einwohnerzahl abhängig sei. Zu leistende Umlagen abgezogen, verblieben in Gomadingen so 130 639,14 Euro mehr als noch im Vorjahr der Fall. Die Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt von geplanten 384 100 Euro erreichte am Schluss die Traumhöhe von 749 448 Euro.

Nachdem Finanzfachfrau Silke Hirsch sämtliche Haushaltseinnahme- und Ausgabenreste aufgelöst hatte, die es in der Form bei doppischer Haushaltsführung nicht mehr gibt, konnten den allgemeinen Rücklagen der Gemeinde 251 164,62 Euro zugeführt werden. Schulden hat Gomadingen seit Jahren keine mehr.

Was den Eigenbetrieb Wasserversorgung anbetrifft, schließt das Rechnungsjahr 2018 mit einem Verlust von 30 691,90 Euro ab. Dabei sind die Wasserverluste auf rund zwölf Prozent gestiegen, was Bürgermeister Klemens Betz angesichts eines 34 Kilometer langen Leitungsnetzes für noch tolerierbar hält. (GEA)