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Pfullinger Schwimmmeister warnt: Wir haben ein Nachwuchsproblem

Die Hitze führt viele Menschen ins Freibad. Auch in Pfullingen herrscht in diesen Tagen großer Andrang. Das freut den Schwimmmeister, aber ihn treibt gleichzeitig ein großes Problem um, wie Lennart Kerkhoff im GEA-Interview erklärt.

Der Pfullinger Schwimmmeister Lennart Kerkhoff.
Der Pfullinger Schwimmmeister Lennart Kerkhoff. Foto: Markus Niethammer
Der Pfullinger Schwimmmeister Lennart Kerkhoff.
Foto: Markus Niethammer

PFULLINGEN. Lennart Kerkhoff ist Schwimmmeister im Pfullinger Schönbergbad. Der gebürtige Niedersachse ist von der derzeitigen Hitzewelle angetan. Das steigert den Umsatz und die Besucherzahlen. Aber nicht nur. Der 24-Jährige warnt im GEA-Interview gleichzeitig vor dem Nachwuchsmangel in seinem Berufsfeld.

 

Herr Kerkhoff, die Menschen fluten in diesen Tagen Ihr Bad. Das ist die schöne Seite des Wetters?

Lennart Kerkhoff: Die Hitze ist toll für uns. Von 15 Uhr an gibt es einen regelrechten Ansturm. Wir haben dann viel zu tun. Das mag ich, wenn ich so viel Kundenkontakt habe. Das macht unseren Beruf unter anderem so vielseitig. Ich bin nicht nur für die Sicherheit der Badegäste verantwortlich, sondern komme mit ihnen auch ins Gespräch und kann ihnen Tipps geben. Aber die Hitze stimmt mich gleichzeitig auch nachdenklich. Ich bin sogar richtig zwiegespalten.

Warum?

Kerkhoff: Weil wir unterbesetzt sind. Bei den Schwimmmeistern in Deutschland gibt es generell einen Nachwuchsmangel, der auch uns trifft. Hier in Pfullingen haben wir gerade eine Fachkraft von einer Mietschwimmmeisterfirma ausgeliehen, um die Sicherheit und die Öffnungszeiten gewährleisten zu können. Zurzeit gibt es mich und einen Gesellen, außerdem haben wir gerade eine Schwangerschaftsvertretung ausgeschrieben. Optimal wäre es, wenn hier im Freibad eine weitere Stelle für eine Fachkraft hätten. Ich kann nur für unseren Beruf werben. Aber ich kenne natürlich auch die Gründe für die Misere, einer ist die schlechte Bezahlung. Wenn man beispielsweise nach den Tarifen der Stadt bezahlt wird, verdient man deutlich weniger als wenn man bei den Stadtwerken angestellt ist. Auch der Schichtbetrieb und das Arbeiten am Sonn- und Feiertagen schreckt viele ab.

Wie viele Menschen arbeiten den während den Stoßzeiten im Schönbergbad?

Kerkhoff: Da haben wir eine Fachkraft und zwei Rettungsschwimmer im Einsatz. Rettungschwimmer kann jeder werden, der volljährig ist. Er muss nur das Silberabzeichen der Deutschen Rettungs-Lebens-Gesellschaft (DRLG) ablegen. Die Ausbildung zur Fachkraft dauert dagegen drei Jahre.  (GEA)