Logo
Aktuell Amtsgericht

Kinderpornografische Dateien: Haftstrafe für Pfullinger

Ein 61-Jähriger aus Pfullingen wurde heute am Amtsgericht Reutlingen für den Besitz und das Verbreiten von Tausenden kinder- und jugendpornografischer Dateien zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Am Amtsgericht Reutlingen wurde heute Vormittag über einen 61-jährigen Mann aus Pfullingen verhandelt. FOTO: PIETH
Am Amtsgericht Reutlingen ging es darum, ob im September 2019 ein illegales Autorennen auf der Rommelsbacherstraße in Reutlingen gefahren worden ist. FOTO: PIETH
Am Amtsgericht Reutlingen ging es darum, ob im September 2019 ein illegales Autorennen auf der Rommelsbacherstraße in Reutlingen gefahren worden ist. FOTO: PIETH

PFULLINGEN. Von über 9 000 Bildern und Videos, die sich der Mann aus dem Internet heruntergeladen hat, war in der Anklageschrift die Rede. Diese schaute sich der Mann nicht nur an, sondern verbreitete sie über den Messaging-Dienst Skype auch. Dort tauschte er sich mit anderen Pädophilen über seine Fantasien und Erfahrungen aus. Der Angeklagte berichtete dabei von einem Fall, in dem er sich mit erigiertem Glied an einer seiner Enkelinnen gerieben haben soll. Hinweise auf weitere Taten seinerseits konnten die ermittelnden Beamten nicht ausmachen.

Auf einige der Bilder, die nackte Kinder sowie den Missbrauch von Kindern zeigen, hat der 61-Jährige den Kopf von zwei seiner Enkelinnen per Bildbearbeitung montiert.

Der Angeklagte räumte die Vorwürfe vollumfänglich ein. Über seinen Anwalt ließ er erklären, dass es ihm sehr leid täte, ihm erst jetzt klar geworden sei, was er getan habe.

Dass er selbst vor dem engsten Familienkreis keinen Halt gemacht hat, kreidete Richter Eberhard Hausch dem Angeklagten besonders schwer an. Ebenso die Tatsache, dass sich das Ganze über viele Jahre hingezogen hat. Auch, dass der Mann die Dateien nicht nur besessen, sondern auch verbreitet und mit üblen Beiträgen kommentiert hat und er seine Taten erst auf den letzten Drücker zugegeben hat, wog schwer. »Ihnen fehlt es an wirklicher Einsicht«, hielt Hausch fest und folgte der Forderung von Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Trück nach zwei Jahren und drei Monaten Freiheitsentzug – ohne Bewährung. (GEA)