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Streit im Gemeinderat: Eltern müssen für Betreuung nun mehr bezahlen

Freie Wähler und Frauenliste setzen sich bei der Abstimmung in Walddorfhäslach gegen SPD, Grüne und Verwaltung durch, die für eine sozial verträglichere Regelung votiert haben.

Ab September werden Grundschüler in Eningen ganztags betreut. GEA-ARCHIV-FOTO: DPA
Grundschülerin in der Betreuung. Foto: dpa
Grundschülerin in der Betreuung.
Foto: dpa

WALDDORFHÄSLACH. Im Streit darum, was Eltern zukünftig für die Betreuung ihrer Grundschulkinder bezahlen müssen, haben sich Freie Wähler und Frauenliste am Donnerstag im Gemeinderat mit ihrem Vorschlag durchgesetzt. Die Eltern sollen sich danach zur Hälfte an den Kosten beteiligen, die andere Hälfte übernimmt die Gemeinde. SPD, Grüne wie auch die Verwaltung hatten dagegen eine ihrer Meinung nach wesentlich sozial verträglichere Regelung gefordert.

Bis zum Ende des Schuljahres kümmern sich die Fördervereine der beiden Grundschulen noch um die Betreuung. Doch sie hören danach auf, weil für die ehrenamtlichen Vereine wegen der angestiegenen Schülerzahlen der Aufwand zu groß geworden ist. Weil von Herbst an mit Pro Juventa aus Reutlingen ein privater Dienstleister übernimmt, werden die Kosten für die Eltern dann deutlich höher ausfallen.

Darüber entspann sich in den vergangenen Wochen ein Streit im Walddorfhäslacher Gemeinderat. SPD, Grüne und Verwaltung wollten ursprünglich mit einem 70:30-Kostenmodell die Eltern stärker entlasten. Doch gegen die Ratsmehrheit von Freien Wählern und Frauenliste hatte dieses Modell keine Chance. In dem Beschluss jetzt gibt es allerdings einige Aufweichungen der härteren 50:50-Regelung. So sollen mit einer neuen Einkommensstaffelung Eltern mit höherem Jahreseinkommen auch mehr bezahlen. Außerdem wurde eine Geschwisterstaffelung installiert, die für Familien mit mehreren Kindern eine zusätzliche Entlastung bringen soll, was SPD, Grüne und Bürgermeisterin Silke Höflinger allerdings anders sehen. (GEA)