Logo
Aktuell Natur

Bad Uracher Streuobstwiesen-Börse bringt Bäume und Menschen zusammen

Das Glück liegt auf der Wiese: Der Bad Uracher Verein Schwäbisches Streuobstparadies will mit seiner Streuobstwiesen-Börse Pächter und Käufer von Streuobstwiesen in der Region zusammenbringen.

Streuobstwiesen sind wertvolle Naturräume, ein »Stückle« zu bearbeiten, Bäume zu pflegen, ist Arbeit, macht aber auch Freude. Ei
Streuobstwiesen sind wertvolle Naturräume, ein »Stückle« zu bearbeiten, Bäume zu pflegen, ist Arbeit, macht aber auch Freude. Eine Börse dient als Vermittlungsplattform. Foto: Michael Merkle
Streuobstwiesen sind wertvolle Naturräume, ein »Stückle« zu bearbeiten, Bäume zu pflegen, ist Arbeit, macht aber auch Freude. Eine Börse dient als Vermittlungsplattform.
Foto: Michael Merkle

BAD URACH. Aktuell ist wieder einiges los in den Streuobstwiesen. Vielerorts werden – leise mit manuellen Sägen oder lauter mit motorbetriebenen Varianten – die Bäume geschnitten, einige auch nachgepflanzt. Eine Streuobstwiese zu besitzen, bringt neben viel Freude auch Arbeit mit sich. Die Pflege der Bäume ist notwendig, um einen guten Ertrag an Obst zu erzielen und die Bäume lange zu erhalten. Zudem muss die Wiese gemäht und im Herbst das Obst aufgelesen werden. Das alles gehört dazu, wenn man sich an dem frischen Obst erfreuen möchte.

Größte Bestände Europas

Doch leider, so teilt der Verein Schwäbisches Streuobstparadies mit, ist immer wieder zu sehen, dass diese Arbeit vernachlässigt wird. Seit Jahrzehnten nehmen die Streuobstbestände in Baden-Württemberg immer weiter ab. Eine landesweite Streuobsterfassung zeigt auf, wie dramatisch der Rückgang tatsächlich ist. Gegenüber der letzten Erhebung aus dem Jahr 2009 sind die Streuobstbestände um 20 Prozent zurückgegangen. Während 2009 noch gut 9,3 Millionen Streuobstbäume erfasst wurden, sind es nach aktuellem Stand nur noch 7,1 Millionen. Die größten zusammenhängenden Streuobstbestände Europas befinden sich hier in Baden-Württemberg.

Junge Familien auf der Suche

Damit gibt es eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser wertvollen Kulturlandschaft mit komplexem Ökosystem. Um den Bestand der Streuobstwiesen zu erhalten, ist eine regelmäßige Pflege und Nutzung notwendig. Der Verein Schwäbisches Streuobstparadies weist daraufhin, dass es zahlreiche Interessenten, wie beispielsweise junge Familien gibt, die auf der Suche nach Streuobstwiesen zur Pacht oder zum Kauf sind.

Als kostenlose Vermittlungsplattform kann die Streuobstwiesenbörse dienen. Sie soll Verkäufer und Käufer oder Verpächter und Pächter zusammenbringen.Wer also seine Streuobstwiesen nicht mehr bewirtschaften kann oder möchte, findet hier dankbare Nachfolger. An einer Verpachtung oder einem Verkauf Interessierte sind da ebenso an der richtigen Stelle, wie Leute, die in ihrem näheren oder weiteren Umfeld ein naturnahes »Stückle« zur Pacht oder zum Kauf suchen. Der Tipp vom Verein: Einfach mal in die Börse reinschauen. (eg/GEA)

www.streuobstparadies.de/ Bewirtschaften/ Streuobstwiesen-Boerse2

 

VEREIN SCHWÄBISCHES STREUOBSTPARADIES

Erhalt und Pflege eines einzigartigen Naturraums

Der Verein Schwäbisches Streuobstparadies setzt sich für die einzigartige Kulturlandschaft ein. Die Streuobstwiesen zwischen Alb und Neckar bilden mit rund 26 000 Hektar eine der größten zusammenhängenden Streuobstlandschaften Europas. Die 1,5 Millionen Obstbäume im Schwäbischen Streuobstparadies sind zu jeder Jahreszeit ein besonderer Genuss. Die jahrhundertealte Landschaft ist ein Kulturschatz. Die Streuobstwiesen sind Lebensraum für über 5 000 Tier- und Pflanzenarten sowie ein beliebtes Naherholungsgebiet in der Region. (v)

kontakt@streuobstparadies.de