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Aktuell Brief

Trauma-Netzwerk Tübingen fordert Aufarbeitung von Missbrauchsfall

Sexueller Missbrauch.
Foto: Deutsche Presse Agentur
Foto: Deutsche Presse Agentur

TÜBINGEN. Das Trauma-Netzwerk Tübingen hat sich mit einem offenen Brief an die Tübinger Kreisräte gewandt. Darin fordern die Schreiber eine Aufarbeitung des Missbrauchs in einer Pflegefamilie im Steinlachtal, für den der Pflegevater für mehr als fünf Jahre ins Gefängnis muss. Das Trauma-Netzwerk fordert eine unabhängige Aufarbeitung des Falls, um gegebenenfalls Fehler des Jugendamts benennen zu können. Verwiesen wird auf den großen Vertrauenverlust, den es bei den Bürgern durch diesen Fall gegeben habe.

Das Trauma-Netzwerk empfiehlt das Deutsche Jugendinstitut für eine solche Untersuchung. Das Regierungspräsidium sieht man als nicht geeignet dafür an, weil es nur Rechtsaufsichtsbehörde sei und nicht zuständig als Fachaufsicht.

Das Trauma-Netzwerk fordert die Kreisräte auf, sich die Frage zu stellen: Wie kann verlorenes Vertrauen gegenüber der Behörde Jugendamt wieder zurückgewonnen werden? Und man müsse sich die Frage stellen, wie das Amt strukturell und personell ausgestattet werden kann, damit es seiner vorrangigen Aufgabe, Kindeswohlgefährdung zu erkennen und zu verhindern, gerecht werden kann.

Das Trauma-Netzwerk fordert auch traumtherapeutische Angebote für in Obhut genommene Kinder, damit diese ihre Erfahrungen von Gewalt und Vernachlässigung verarbeiten können. Vielleicht hätte auch das inzwischen von der Landregierung flächendeckend aufgebaute Ombudssystem für Kinder- und Jugendhilfe helfen können. (pm)