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Tieffliegende Transporthubschrauber über Mössingen sorgen für Aufsehen

Hubschrauberformation mit drei CH 53 Sikorsky Helikopter der Luftwaffe über Mössingen.
Hubschrauberformation mit drei CH 53 Sikorsky Helikopter der Luftwaffe über Mössingen. Foto: Jürgen Meyer
Hubschrauberformation mit drei CH 53 Sikorsky Helikopter der Luftwaffe über Mössingen.
Foto: Jürgen Meyer

MÖSSINGEN. Seit geraumer Zeit ist das Militär wieder auf Schiene und in der Luft öfter präsent. Sonderzüge mit Militärgerät durchqueren die Region, meist von und nach Storzingen, im Landkreis Sigmaringen, dem Umladebahnhof für den Truppenübungsplatz auf dem Heuberg. Wöchentlich kommt es zudem gegen 20 Uhr zu Übungsflügen von Kampfflugzeug-Rotten, die auf Süd-Nord-Kurs die Landmarke des Hohenzollerns passieren. Am Mittwochspätnachmittag überraschte eine Formation von Transporthubschraubern die Anwohner von Mössingen. Die drei Sikorsky CH-53 (für Cargo Helicopter) waren von der Albhochfläche kommend zwischen dem Farrenberg und dem Heuberg in den Tiefflug übergegangen und flogen dicht über die Streuobstwiesen Richtung Rammert.

Ein seltener Anblick, zumal die Luftwaffe von dem seit 1975 angeschafften Luftfahrzeug deutschlandweit nur 120 Maschinen hat – auf dem Papier. Der Stab, die Fliegende Gruppe und die Technische Gruppe des Hubschraubergeschwaders 64 sind im baden-württembergischen Laupheim stationiert. Laut Bundeswehr hatte der größte Hubschrauber der Luftwaffe rund 22.500 Flugstunden allein in Afghanistan bei über fünf Millionen Kilometern absolviert. Zahlreiche verwundete Soldaten konnten mit der CH-53 aus gefährlichen Situationen evakuiert und zur Weiterversorgung in Sicherheit gebracht werden.

Die Stunden, besser: Jahre des Luftfahrzeuges sind allerdings gezählt: Oberstleutnant Michael Hackert, Referent im Kommando Luftwaffe, betont den schwierigen Zustand der CH-53-Flotte. »Im Schnitt führt heute eine Flugstunde zu zwei technischen Störungen. Diese Defekte sind nicht immer relevant für die Flugsicherheit, führen jedoch zu stets langen Wartungsarbeiten«, Ersatzteile sind für die alten Maschinen kaum noch zu bekommen. So mussten einmal Techniker des Hubschraubergeschwaders 64 eine amerikanische CH-53 auf einem Flugplatzfriedhof in Arizona ausschlachten, um an eine Frontscheibe zu gelangen. Insbesondere Teile im Bereich der Hydraulik sind Mangelware. Flugabbrüche wie sogenannte Sicherheitslandungen häuften sich in den letzten Jahren erheblich. Nach jahrelangem Gezerre soll die Nachfolge über die alternde Luftflotte auch vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges jetzt gefallen sein. Vermutlich wird der CH-47F Chinook von Boeing den mittelschweren Transporthubschrauber beerben. (GEA)

Ein Militär-Transporthubschrauber im Tiefflug über Mössingen.
Ein Militär-Transporthubschrauber im Tiefflug über Mössingen. Foto: Jürgen Meyer
Ein Militär-Transporthubschrauber im Tiefflug über Mössingen.
Foto: Jürgen Meyer