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Aktuell Kriminalität

Jugendkriminalität in Mössingen geht zurück

Die Mössinger Kriminalitätsstatistik zeigt Veränderungen der Strafdelikte im Vergleich zum Vorjahr

Foto: dpa
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MÖSSINGEN. Die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2022 zeigt, dass die Tendenz zu weniger Straftaten als vor Corona landesweit anhält. Es wurden zwar wieder mehr Vergehen als im Jahr zuvor registriert. Allerdings sei auch die Aufklärungsquote nach oben gegangen, sagte Wolfgang Baur von der Reutlinger Polizei. Er stellte die Mössinger Kriminalitätsstatistik am Montag im Gemeinderat vor.

Zieht man die Zahl der Straftaten im Verhältnis zur Einwohnerzahl zu Rate, liegt Mössingen kreisweit im Mittelfeld. In der Stadt an der Steinlach hatte die Polizei im vergangenen Jahr 3.024 Einsätze. Sehr erfreulich: Die Jugendkriminalität ging zurück. Nur zwei Mädchen seien unter den Delinquenten gewesen, sagte Wolfgang Baur. Sein Fazit – »die Jugend im Mössingen scheint behütet zu sein« – sorgte für hörbare Zufriedenheit im Gemeinderat.

100 Prozent Aufklärungsquote

Die Zahl der Delikte ist das eine, die Art der Delikte das andere. Im Vergleich zum Vorjahr verschob sich einiges: »Fälschungsdelikte, zum Beispiel bei Impfpässen, spielen keine Rolle mehr«, sagte Baur. Darüber hinaus seien die Zahlen der Straftaten gegen das Leben und Fälle von Wirtschaftskriminalität in Mössingen rückläufig. In beiden Bereichen lag die Aufklärungsquote im vergangenen Jahr bei 100 Prozent. Starke Aufklärungsquoten weisen auch die Bereiche Aggressionsdelikte (90,3 Prozent) und Gewaltkriminalität (87 Prozent) aus. Baur räumte ein, dass seine Kollegen und er bei Cybercrime – im Internet begangene Verbrechen – oftmals wenig Chancen hätten, die Täter zu ermitteln: »Wenn wir Europa verlassen wird es arg schwer.« Bei Fällen von Diebstahl sei die Dunkelziffer hoch, die Aufklärungsquote eher niedrig.

Banden stehlen Fahrräder

Jochen Gewecke (SPD) warf ein, zuletzt seien vermehrt hochwertige Fahrräder und Pedelecs gestohlen worden. Dies räumte Baur ein. Da seien »hoch professionelle Banden« unterwegs. In 19 von 21 Fällen in Mössingen ermittelten die Beamten Täter, welche die sexuelle Selbstbestimmung anderer missachteten. In zwei dieser Fälle handelte es sich um Vergewaltigung, alle anderen seien Anzeigen wegen Beleidigung gewesen, so Baur.

Auch bei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelten die Beamten in Mössingen erfolgreich, sie klärten 27 von 30 Fällen auf. Baur wies auf die »Tatortproblematik« in diesem Bereich hin: »Wir haben zahlreiche Fälle hier bearbeitet, der Tatort war meist woanders.« Im Fall der diskutierten Legalisierung von Cannabis seien bei der Polizei »noch viele Fragen offen«. (mac)