Logo
Aktuell Fussball

VfB Stuttgart siegt in Reutlingen auch ohne Star-Duo

Der Bundesligist VfB Stuttgart hat auch sein drittes Testspiel erfolgreich bestritten. Gegen den spanischen Europa-League-Teilnehmer Celta Vigo gab's durch Jamie Leweling und zwei Eigentore einen 2:1 (1:0)-Sieg. Und das wieder ohne Nick Woltemade und Enzo Millot.

Hier erzielt Jamie Leweling das 1:0 für den VfB Stuttgart.
Hier erzielt Jamie Leweling das 1:0 für den VfB Stuttgart. Foto: Tobias Baur/Eibner
Hier erzielt Jamie Leweling das 1:0 für den VfB Stuttgart.
Foto: Tobias Baur/Eibner

REUTLINGEN. Nach dem 2:1 (0:0, 1:0, 2:0)-Erfolg im Testspiel gegen den spanischen Europa-League-Teilnehmer Celta Vigo war das Fazit von VfB-Coach Sebastian Hoeneß natürlich »positiv«. Weil der Gegner schon zehn Tage mehr Vorbereitung hinter sich hat, sei man in puncto Spritzigkeit unterlegen gewesen. »Wir haben dagegen gehalten«, lobte der 43-Jährige dennoch. Mutiger Fußball mit Kurzpassspiel durchs Zentrum war auch ohne einige Topstars angesagt. Zugleich bemängelte der Trainer aber auch:»Wir hatten in Ballbesitz noch nicht die Kontrolle, die wir gerne hätten.« Womit die Mannschaft ihr großes Manko aus der zurückliegenden Spielzeit offenbar in die neue Saison mitnimmt: Der VfB ist im Umschaltspiel unter Gegnerdruck immer noch zu anfällig.

- Führung durch Leweling

Mit Youngster Lazar Jovanovic (von Roter Stern Belgrad), dem der dritte Treffer bei seinem dritten Auftritt im Stuttgarter Trikot verwehrt blieb, und wieder Lorenz Assignon (von Stade Rennes; zuletzt an den FC Burnley ausgeliehen), der beim 4:4 gegen PSV Eindhoven sogar der einzige Zugang in der Startformation war, setzte Hoeneß erneut nicht allzu sehr auf die Neuen. Jamie Leweling markierte nach fünffachem Übersteiger per sattem Rechtsschuss von halblinks das 1:0 (34.). Ein kurioses Eigentor von Celtas Rechtsverteidiger Carl Starfelt (81.) sowie Pascal Stenzel, der den Ball unter Bedrängnis ebenfalls ins eigene Gehäuse bugsierte (114.) stelten den 2:1-Endstand her.

- Starkregen verzögert Anpfiff

Wegen Starkregens wurde die Partie im Reutlinger Kreuzeichestadion knapp 20 Minuten später angepfiffen. Um auf der Gegengeraden nicht klatschnass zu werden, bedienten sich einige der rund 7.000 Zuschauer des Verhüllungsmaterials, mit dem die Werbebanden des dort heimischen SSV abgeklebt waren. Vor ihren Augen mühten sich die Spieler der beiden Mannschaften 120 Minuten, um den Besuchern etwas zu bieten. Zumindest die zweiten 2 x 30 Minuten, als fast durch die Bank Ergänzungsspieler der beiden Teams Einsatzzeit bekamen, hatten doch deutliche Längen. So richtig Stimmung wollte auf der mit 5.200 Zuschauern komplett ausverkauften Haupttribüne nicht aufkommen.

- Nübel fehlt im Tor

Alexander Nübel hatte sich zwar noch mit seinen beiden Torwart-Kollegen warm gemacht, auf dem Kaderbogen fehlte sein Name dann aber. Aufgrund von hartnäckigen Problemen im Ellbogen gab's für die etatmäßige Nummer 1 eine Pause. »Weil er beim Fangen etwas gespürt hat, wollten wir ihm nicht noch eine zusätzliche Belastung draufpacken«, klärte Hoeneß auf. Seine Stellvertreter Fabian Bredlow und Stefan Drljaca durften jeweils eine Halbzeit zwischen die Pfosten. Beide durften ihr Können mehrmals beweisen und machten damit klar, dass sie Gewehr bei Fuß stehen.

- Millot fehlt in Reutlingen

Enzo Millot (23) fehlte beim Testspiel an der Kreuzeiche. Der wechselwillige Franzose wurde für Gespräche mit potenziellen Interessenten freigestellt. Nicht mehr Galatasaray Istanbul, sondern mittlerweile Atletico Madrid scheint sehr gute Karten zu haben. Millot kann dank einer Ausstiegsklausel in seinem bis Ende Juni 2028 laufenden Vertrag für rund 18 Millionen Euro zu einem anderen Club gehen. Die Vereinbarung ist allerdings zeitlich befristet. Sie endet am 31. Juli. Bis Freitag also muss die fixierte Option gezogen werden. Dass es so kommt, bezweifelt in Stuttgart mittlerweile niemand mehr.

- Woltemade meldet sich zurück

Nick Woltemade war zwar beim Stuttgarter Gastspiel in Reutlingen nicht dabei. Der von Bayern München heftig umworbene Angreifer hatte sich aber am Samstagvormittag nach seinem Urlaub beim Verein zurückgemeldet und die obligatorische Leistungsdiagnostik absolviert. »Nick ist wieder da. Davon bin ich ausgegangen. Ich war immer mit ihm im Austausch«, berichtete der VfB-Coach und entzog neuerlichen Spekulationen den Nährboden. Beim VfB ging man - Stand Samstagabend - davon aus, dass der 23-Jährige mit der Mannschaft ins Trainingslager am Tegernsee reist.

- Andrés von Real Madrid nach Stuttgart

An diesem Montag geht es nun also zum Trainingslager nach Rottach-Egern. Wird dann auch Chema Andrés mit im Bus sitzen? Hoeneß: »Davon gehe ich aus.« Der 20 Jahre alte Mittelfeldakteur wechselt vom spanischen Rekordmeister Real Madrid zum Club aus Cannstatt. Beim VfB hat er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2030 unterzeichnet. Als spanischer U 19-Europameister kam er in seinem ersten Jahr bei den Erwachsenen zu regelmäßigen Einsätzen für die »Zweite« in der 3. Liga. Zudem absolvierte er für die Profis von Real Madrid zwei Partien in La Liga und eine im Pokalwettbewerb »Copa del Rey«. Auch bei der jüngst ausgetragenen Club-WM gehörte Andrés zum Kader von Real Madrid.

Der VfB-Tross wird im selben, direkt am Seeufer gelegenen Nobelhotel untergebracht sein wie in der zurückliegenden Woche Bundesliga-Rivale Borussia Mönchengladbach. Hoeneß wird die Zeit zum ersten Feinschliff nutzen. »Wie immer versuchen wir, so komplex wie möglich zu trainieren, um dann einzelne Akzente zu setzen.« (GEA)