Logo
Aktuell Leichathletik

Unschlagbar zum Höhepunkt Olympias: Noahl Lyles gewinnt Gold über 100 Meter

Noahl Lyles gewinnt Gold über 100 Meter. Joshua Hartmann scheitert chancenlos im Halbfinale

Olympiasieger nach Zielfoto-Entscheid: US-Sprinter Noah Lyles.  FOTO: KAPPELER/DPA
Olympiasieger nach Zielfoto-Entscheid: US-Sprinter Noah Lyles. FOTO: KAPPELER/DPA
Olympiasieger nach Zielfoto-Entscheid: US-Sprinter Noah Lyles. FOTO: KAPPELER/DPA

PARIS. Am Ende konnte nur das Zielfoto entscheiden, knapper war es nie, ganz anders als zu Zeiten von Superstar Usain Bolt. Weltmeister Noah Lyles aus den USA gewann bei in Paris über 100 Meter Gold in 9,79 Sekunden, nur fünf Tausendstelsekunden vor Kishane Thompson aus Jamaika (9,79). Bronze ging in dem olympischen Klassiker an den US-Amerikaner Fred Kerley (9,81). Lemont Marcell Jacobs aus Italien, in Tokio Olympiasieger, erreichte lediglich als einer der Zeitschnellsten des Semifinales den Endlauf und war dort am Abend als Fünfter (9,85) ohne Chance. Noah Lyles wollte gar nicht mehr aufhören, die Siegerglocke zu läuten. Der Südafrikaner Akani Simbini wurde in 9,82 Sekunden Vierter.

Joshua Hartmann verpasste das Finale klar. Der Kölner belegte in seinem Halbfinale in 10,16 Sekunden abgeschlagen den siebten Platz. Der deutsche Rekordler Owen Ansah, der Ende Juni in 9,99 Sekunden als erster deutscher Sprinter unter zehn Sekunden geblieben war, war in Saint-Denis schon im Vorlauf ausgeschieden. Lamont Marcell Jacobs, in Texas geborener Sohn italienischer Eltern, der nach Italien übersiedelte, hatte das olympische Finale von 2021 in Tokio noch für sich entschieden. In 9,80 Sekunden gewann Jacobs vor dem US-Amerikaner Fred Kerley (9,84) und dem Kanadier Andre de Grasse (9,89) und sorgte damit für das erste europäische Gold seit den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona, als der Brite Linford Christie gewann.

Die Olympiaden vor Tokio hatte allein der jamaikanische Superstar Usain Bolt bestimmt. Bolt gewann erstmals 2008 in Peking olympisches Gold über 100 und 200 Meter, ein Jahr später stellte er in Berlin bei den Weltmeisterschaften in 9,58 Sekunden seinen Weltrekord auf, der bis zum heutigen Tage nicht unterboten wurde. Bolt wiederholte seinen Erfolg von Peking danach 2012 in London und 2016 nochmals in Rio de Janeiro, niemand konnte den Jamaikaner in seiner einmaligen Sprint-Karriere auch nur in Ansätzen gefährden.

US-Durststrecke beendet

Seit Justin Gatlin 2004 in Athen Gold im Sprint gewann, war kein US-Amerikaner mehr Olympiasieger geworden, nun gelang es Noah Lyles nach zwei Jahrzehnten wieder. Die 100 Meter gelten seit jeher als Höhepunkt der Olympischen Spiele der Neuzeit. Negativer Höhepunkt und einer der größten Skandale der olympischen Geschichte war das Gold von Ben Johnson 1988 in Seoul, als dem Kanadier schon einen Tag später wegen erwiesenen Dopings die Medaille wieder aberkannt und seinem Rivalen Carl Lewis (USA) zugesprochen wurde. (GEA)