METZINGEN. Den ersten Saisonsieg - auch wenn er nur gegen einen Zweitligisten zustandekam - haben die Metzinger Handballerinnen am Samstag im Pokal-Achtelfinale eingefahren. Jetzt soll das auch an diesem Mittwoch (19 Uhr, live bei Dyn) in der Bundesliga gelingen, wo die TuS bisher dem schweren Auftaktprogramm Tribut zollen musste und über 1:5 Punkte nicht hinauskam. Gastgeber ist die siebtplatzierte HSG Blomberg-Lippe.
Platz elf ist nach Rang fünf im Vorjahr ein für Metzinger Verhältnisse ungewohnter Platz im Tabellenkeller. Das Team hat sich noch nicht gefunden, es fehlen Lockerheit, Selbstvertrauen und Eingespieltheit. Allerdings kommen die nominell schwächeren Gegner erst noch. »Druck ist immer da. Wenn wir in Blomberg gewinnen könnten, hätten wir etwas Luft vor den Spielen gegen Göppingen, Leverkusen und Zwickau«, sagt Trainer Peter Woth und zählt dabei die Kontrahenten auf, gegen die von den »TusSies« Siege erwartet werden. Wobei der Druck dann noch größer ist.
Wichtige Einsatzzeit für Petzold und Johansson
Zunächst einmal konnte nach dem 34:27 im Pokal gegen Zweitligist Union Halle-Neustadt aufgeatmet werden. Man war der Favoritenrolle gerecht geworden und ist damit nur noch einen Sieg vom erneuten Einzug in die Pokal-Endrunde entfernt. Wichtig war für Woth vor allem, dass er angesichts der klaren Führung durchwechseln konnte und so jede Spielerin Einsatzzeit erhielt. Etwa Kreisläuferin Ida Petzold, die mit der U20-Nationalmannschaft bei der WM in Nordmazedonien mit dem deutschen Team Rang neun erreicht hatte. In den ersten Saisonspielen hatte die 18-Jährige ebenso wie Rückraumspielerin Elinore Johansson vorwiegend auf der Bank gesessen. Die wurfstarke Schwedin musste auf ihrer Position bisher Jana Scheib den Vortritt lassen. Sie demonstrierte gegen Halle ihre Torgefahr.
Größtes Manko der »TusSies« in den ersten Partien: Die fehlende Konstanz. »Jede hat gute und schlechte Momente. Wir dürfen nicht mit diesen Auf und Abs spielen. Mal sind wir Weltklasse, dann haben wir U10-Momente«, formuliert Woth einen ungewöhnlichen Vergleich mit dem Niveau bei Handball-Anfängern. Die Stabilisierung der Leistung auf hohem Nivau ist die vordringlichste Aufgabe in Abwehr und Angriff. Ein Sieg der Pink Ladies wäre auch mit Blick auf den Europapokal wichtig. »Als Gast zu gewinnen, verschafft dir Respekt«, sagt Woth. Zumal Blomberg aller Voraussicht nach auch in der European League Mitte November der Gegner von TuS-Mannschaftsführerin Julia Behnke & Co sein wird.
Gegen Serbinnen aufgetrumpft
Blomberg hat im Hinspiel das serbische Team Crvena Zvezda mit 39:24 aus der Halle gefegt. Das gesamte TuS-Team hat sich diese Partie angeschaut. Mit Nieke Kühne und der Ex-Metzingerin Laetitia Quist ist man vor allem vor den beiden HSG-Rückraumspielerinnen gewarnt. Dazu haben die Ostwestfälinnen Gegenstoß-Qualitäten. Woth: »Wir müssen früher zurückkommen, aber auch unsere Chancen nutzen, um sie möglichst gar nicht erst in den Gegenstoß kommen zu lassen.« (GEA)

