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Von SSV-Fans beleidigt und beworfen: Jetzt spricht das Opfer

Backnangs Co-Trainer Darko Milosevic erzählt, wie er den Bierbecherwurf beim Spiel gegen den SSV Reutlingen erlebt hat, wie es dem geohrfeigten Ersatztorhüter geht und was seine Spieler in dieser Situation hätten besser machen können.

Foto: Privat
Foto: Privat

REUTLINGEN. Es ging alles schnell und trotzdem erinnert sich Darko Milosevic noch genau: Foul im Mittelfeld, gelbe Karte für SSV-Kicker Pierre Eiberger, Backnanger Spieler springen von der Bank auf und schon steht ein Haufen SSV-Fans an der Bande. »Ich wollte meiner Vorbildfunktion nachkommen und die Jungs von den Fans trennen«, sagt Backnangs Co-Trainer nach den Auseinandersetzungen. »Das ist legitim, das macht man so. Ich wollte mich mit niemandem anlegen«, beteuert er.

Interessiert hat das die wütenden Zuschauer nicht. Beim Versuch zu schlichten, trifft Milosevic aus nächster Nähe ein Plastikbecher an der Schulter. Bier spritzt ihm ins Gesicht. »Ich war geschockt, konnte nichts sehen«, sagt der Assistenz-Coach. Noch schlimmer erwischt es wenige Sekunden später TSG-Ersatztorhüter Michael Quattlender, der nach einer Ohrfeige zu Boden geht. »Das hat beim Fußball nichts zu suchen«, urteilt Milosevic.

Aber war es überhaupt nötig, dass sich seine Spieler den Fans an der Bande entgegengestellt haben? »Wenn man clever ist, setzt man sich wieder hin«, so Milosevic. Allerdings stehe man unter Adrenalin, dann sei das schwer, auch wenn man über 70 Minuten hinweg beleidigt werde. Trotzdem hat Milosevic seinen Spielern mitgegeben, beim nächsten Mal ruhig zu bleiben und wegzuhören. »Wir müssen abgezockter und cooler werden«, so seine Botschaft an das Team.

Ob Backnangs Nummer Vier, Giosue Tolomeo, unmittelbar vor den Handgreiflichkeiten einen SSV-Spieler geschubst und anschließend provozierend in Richtung Fans geschaut habe, wie ihm ein Augenzeuge vorwirft, das kann Milosevic nicht beurteilen, da er zu diesem Zeitpunkt mit dem Rücken zum Spielfeld gestanden habe.

Trotz der unschönen Szenen hat Backnangs Co-Trainer auch Positives zu berichten. Michael Quattlender hat den Schlag auf die Backe gut weggesteckt und außer einer Rötung keine Schäden davongetragen. Und Spieler und einige Fans des SSV »haben sich nach dem Spiel korrekt verhalten und sind zum Abklatschen an die Bank gekommen«. Damit ist für Milosevic das Thema erledigt. (GEA)