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Aktuell Hackathons

Zum Schlafen bleibt keine Zeit

Praktisches »Speed Learning« an der Fakultät Informatik: Studierende entwickeln innerhalb von 24 Stunden IT-Lösungen für die Visualisierung digitaler Sensordaten

Die Zeit läuft: Beim Hackathon an der Hochschule Reutlingen entwickeln die Studierenden innerhalb von 24 Stunden IT-Lösungen.  F
Die Zeit läuft: Beim Hackathon an der Hochschule Reutlingen entwickeln die Studierenden innerhalb von 24 Stunden IT-Lösungen. FOTO: HOCHSCHULE
Die Zeit läuft: Beim Hackathon an der Hochschule Reutlingen entwickeln die Studierenden innerhalb von 24 Stunden IT-Lösungen. FOTO: HOCHSCHULE

REUTLINGEN. Die praxisnahe, anwendungsorientierte Lehre und Forschung sind Markenzeichen der Hochschule Reutlingen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, setzt die Hochschule immer wieder auf neue Lehr- und Lernformen, wie die »Hackathons« in der Informatik.

Im Master-Studiengang Digital Business Engineering sind sie fest etabliert und Teil der Prüfungsleistungen. Mit den Universitäten Vilnius (Litauen), Tartu (Estland) sowie der Universität Lettland wurde zuletzt sogar ein internationaler Hackathon ins Leben gerufen. »Wir haben uns dabei ganz bewusst für die drei baltischen Staaten entschieden, weil diese im Bereich der IT sehr innovativ sind«, so Professor Armin Roth, der das internationale Projekt in Reutlingen betreut. Ähnlich wie beim ersten Hackathon in Litauen, ging es auch beim zweiten internationalen Hackathon in Reutlingen darum, eine IT-Lösung für die Visualisierung digitaler Sensordaten zu finden.

Programmierung und Umsetzung

»Sensordaten sind alle möglichen Messdaten, angefangen von der Temperatur oder der Luftfeuchtigkeit bis hin zu Schwingungen, aus denen man dann ableiten kann, ob ein Gerät einwandfrei arbeitet«, so Armin Roth. Das Besondere beim Hackathon ist dabei die Zeit, die die Teams haben, um eine Lösung zu entwickeln. Beim Hackathon in Reutlingen hatten die Studierendenteams dafür genau 24 Stunden.

In dieser Zeit mussten sie nicht nur die Software programmieren, sondern auch alles andere umsetzen, was zu einer IT-Idee gehört – angefangen von der handwerklichen Umsetzung, wie dem Festlöten der Sensoren auf der Platine, über die Entwicklung der Software, um die Sensoren zu steuern, bis hin zu der Frage, wo und wie diese Anwendung in der Praxis gebraucht und umgesetzt werden könnte.

»Im Grundsatz machen wir so etwas im Studium in den Projekten, die sich über ein oder zwei Semester erstrecken. Im Hackathon wird alles auf 24 Stunden komprimiert. An Schlaf ist nicht zu denken und man muss im Team perfekt zusammenarbeiten, damit in der vorgegebenen Zeit auch wirklich alles fertig ist und man es der Jury präsentieren kann«, so Wjatscheslav Baumung, der den Workshop in Reutlingen gemeinsam mit Armin Roth betreute.

Am Ende gewann übrigens ein Team aus Informatikern und Betriebswissenschaftlern. Sie konnten die Jury mit ihrem Vortrag am besten überzeugen. Für Wjatscheslav Baumung keine Überraschung. »Informatiker verlieren sich gerne im Detail. Bei der Präsentation der Ergebnisse kommt es aber auch darauf an, die grundsätzliche Idee zu präsentieren und das konnten die Betriebswissenschaftler im Team einfach besser.«

Neben den praktischen Erfahrungen für die Studierenden sieht Armin Roth noch einen weiteren Vorteil in dem internationalen Hackathon: Er macht sie fit für die internationale Zusammenarbeit. »Da unsere Studierenden auch ein Auslandssemester absolvieren müssen, ist es eine ideale Gelegenheit, die anderen Hochschulen, ihre Konzepte und auch die Studierenden von dort kennenzulernen. Das macht das Auslandsstudium dann deutlich einfacher.« Eine Einschätzung, die Wjatscheslav Baumung unterstützen kann. Denn der Reutlinger Doktorand, der das Hackathon in Reutlingen mit vorbereitet hat, promoviert derzeit im Rahmen einer kooperativen Promotion an der Universität Vilnius. (GEA)