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Wie sich der Bahnstreik auf Reutlingen und die Region auswirkt

Ein Bahnstreik sorgt am Mittwoch und Donnerstag für Zugausfälle. Das trifft auch die viel befahrene Strecke zwischen Metzingen, Reutlingen und Tübingen.

So sah der Reutlinger Bahnhof beim vergangenen Bahnstreik aus.
So sah der Reutlinger Bahnhof bei einem vergangenen Bahnstreik aus. Foto: Markus Niethammer
So sah der Reutlinger Bahnhof bei einem vergangenen Bahnstreik aus.
Foto: Markus Niethammer

REUTLINGEN. Fahrgästen der Deutschen Bahn (DB) müssen wegen eines Streiks bundesweit Zugausfälle und Verspätungen in Kauf nehmen. Weil sich das Unternehmen und die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) im Tarifstreit nicht einigen konnten, stimmten am Dienstag 95 Prozent der teilnehmenden Mitglieder für den Arbeitskampf. Die Personenzüge wie auch die gesamte Infrastruktur der Bahn sollen von Mittwoch, 2 Uhr an, für 48 Stunden bestreikt werden. Das hat auch Auswirkungen auf den Zugverkehr in Reutlingen und der Region.

RB 63 zwischen Tübingen, Reutlingen und Metzingen betroffen

Besonders betroffen ist die Regionalbahn 63. Sie verkehrt zwischen, Metzingen, Reutlingen und Tübingen zu Hauptlastzeiten im Halbstunden-Takt und hält als einziger Zug an den Bahnhöfen Lustnau, Betzingen, Reutlingen-West und Sondelfingen. »Aufgrund des Streiks der GDL wird es zu Verspätungen und Zugausfällen kommen«, schreibt die Bahn in ihrer App zu sämtlichen Verbindungen der RB 63. Welche davon nun wirklich ausfallen und ob es einen Schienenersatzverkehr gibt, dazu äußerte sich das Unternehmen am Dienstag nicht. Auf GEA-Nachfrage verwies die Pressestelle lediglich darauf, dass während des Streiks im Westen nur 40 bis 60 Prozent des Angebots zur Verfügung ständen. Am Mittwoch herrschte dann Gewissheit. Sämtliche RB 63 fallen aus. Einen Ersatz gibt es nicht. Für das Ausarbeiten eines Ersatzfahrplans im Nahverkehr hätte DB Regio etwa 14 Stunden Vorlauf benötigt, heißt es auf der Bahn-Website. 

Alle weiteren Züge, die von Tübingen über Reutlingen und Metzingen nach Stuttgart fahren, werden von Abellio betrieben. Sie sind "von dem Streik nicht unmittelbar betroffen", teilte Pressesprecherin Hannelore Schuster dem GEA mit. Trotzdem könnten Auswirkungen auf den laufenden Abellio-Betrieb nicht gänzlich ausgeschlossen werden, da zum Teil auch der Konzernbereich DB Netz AG, der für die Schieneninfrastruktur verantwortlich ist, bestreikt werden soll. "Aktuell liegen uns hierzu jedoch keine näheren Informationen vor. Wir bitten unsere Fahrgäste, sich vor Fahrtantritt auf www.abellio.de, www.bahn.de oder über den DB Navigator über ihre jeweilige Verbindung zu erkundigen", sagte Schuster.

Abellio will Kapazität erhöhen

Abellio rechnet außerdem mit einem erhöhten Fahrgastaufkommen. Man prüfe daher, ob und wo Kapazitätsverstärkungen möglich sind. Limitierende Faktoren seien jedoch eine begrenzte und nach wie vor unvollständige Fahrzeugflotte sowie die Bahnsteiglängen einiger Bahnhöfe.

Die Verbindungen der Schwäbischen Alb-Bahn (SAB) und der Hohenzollerischen Landesbahn (HZL)  fahren Stand heute planmäßig. Hier kann es höchstens dann zu Verspätungen kommen, wenn GDL-bestreikte Züge die Gleise belegen und eine Weiterfahrt von SAB- und HZL-Zügen nicht möglich wäre. (GEA)