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Aktuell Prozess

Muss Reutlinger Drogenschmuggler für fünf Jahre hinter Gitter?

Der 42-jährige Serbe war einer der Drahtzieher hinter drei Rauschgiftgeschäften mit fast 30 Kilo Marihuana. Außer ihm sind noch drei Männer und eine Frau aus Montenegro angeklagt.

Justitia
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv
Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/Archiv

REUTLINGEN/TÜBINGEN. Vier Männer und eine Frau aus Serbien und Montenegro, von denen die meisten miteinander verwandt sind, sollen zwischen November 2017 und Mai 2018 in Reutlingen mit größeren Mengen Marihuana und Kokain gedealt haben. Für den Hauptangeklagten, einen 42-jährigen Serben forderte Oberstaatsanwältin Nicole Luther am Dienstag eine Haftstrafe von fünf Jahren. Ein weiterer Angeklagter aus Montenegro soll für drei Jahre hinter Gitter. Die anderen drei können auf Bewährungsstrafen hoffen.

Es sei ein sehr umfangreiches und aufwendiges Verfahren gewesen, meinte Luther. Im Mittelpunkt dabei standen die Telefonüberwachungsaktionen. Unzählige Telefonate, die die Angeklagten untereinander und mit anderen Verdächtigen führten, hörte die Polizei mit. Viele davon waren nicht in deutscher Sprache und mussten zeitintensiv übersetzt werden. Bei solchen Übersetzungen gebe es auch immer wieder Interpretationsmöglichkeiten, erklärte die Oberstaatsanwältin.

Am Ende hätte den Angeklagten nicht alles, was ihnen ursprünglich vorgeworfen worden war, auch nachgewiesen werden können. So entfiel beispielsweise auch der Vorwurf des bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln. Die Verteidiger halten ihre Plädoyers am kommenden Freitag. Am gleichen Tag soll auch das Urteil folgen. (GEA)