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Graffiti in der alten Paketpost in Reutlingen

15 Mädchen und Jungs aus Afghanistan, Syrien, Eritrea, Irak, Iran, Bulgarien, Italien und Russland sind seit Mittwoch damit beschäftigt, grauen Beton in der alten Paketpost in ein buntes Kunstwerk zu verwandeln.

Viel Farbe hat auf der 25 Quadratmeter großen Fläche Platz.   FOTO: NIETHAMMER
Viel Farbe hat auf der 25 Quadratmeter großen Fläche Platz. FOTO: NIETHAMMER
Viel Farbe hat auf der 25 Quadratmeter großen Fläche Platz. FOTO: NIETHAMMER

REUTLINGEN. Unterstützung erhalten die Migranten und Geflüchteten im Alter zwischen 13 und 17 Jahren von Julius »Jules« Zenker, pädagogischer Mitarbeiter im Jugendhaus Hohbuch und seit 20 Jahren Graffiti-Künstler. Er hat die Jugendlichen bereits im Oktober des vergangenen Jahres unter seine Fittiche genommen und ist mit ihnen erste Schritte gegangen auf dem Weg zu einem Kunstwerk, das bis Ende der Woche an einer grauen Wand in den leer stehenden Räumen der ehemaligen Paketpost entstehen soll.

»Die jungen Migranten und Geflüchteten sind auf mich zugekommen mit der Bitte, ein Graffiti gestalten zu können«, sagt Petra Hermansa, Vorsitzende von Mediakids. Dieser jugendkulturelle Verein hat seinen Sitz beim Stadtjugendring im Haus der Jugend in der Museumstraße. Seit über zehn Jahren beschäftigt sich der Verein mit Medienpädagogik.

Das transkulturelle Graffitiprojekt biete den Jugendlichen die Möglichkeit, sich in einer Kunstrichtung auszudrücken, die unabhängig von Kulturen und Nationen weltweit eine eigene Sprache spricht, sagt Projektleiterin Petra Hermansa. »Es ist egal, woher die Jugendlichen kommen. Bei diesem Projekt werden keine kulturellen Grenzen gezogen. Graffiti ist grenzüberschreitend.«

Weitere Unterstützung kommt vom Verein Bildungszentrum in Migrantenhand (BIM), ein Verbund für bildungsorientierte Migrantenorganisationen in Reutlingen und vom Kulturzentrum franz.K. Diesen drei Projektpartnern zur Seite steht der Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen (NeMO). Dieser Verein ist einer von 30 Programmpartnern des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung aufgelegten Programms »Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung«, das noch bis 2022 läuft. (GEA)