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Aktuell Tarifkonflikt

Die IG Metall startet erste Warnstreikaktionen in der Region

IG Metall
IG Metall. Foto: dpa/Murat
IG Metall.
Foto: dpa/Murat

REUTLINGEN. Die IG Metall startet am morgigen Mittwoch in vielen tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie mit ersten Warnstreiks in Form von Frühschlussaktionen. Dabei werden die Beschäftigten der betroffenen Betriebe aufgerufen zwischen einer und drei Stunden vor dem regulären Arbeitsende ihre Arbeit an diesem Tag zu beenden. Dies begründet die Gewerkschaft in einer Pressemeldung:

"Die Arbeitgeber haben innerhalb der sogenannten Friedenspflicht die Chance vertan einen vernünftigen Kompromiss zu suchen. "Nachdem die Friedenspflicht am Montag um 24:00 Uhr endete, werden wir nun auch hier in der Region den Druck erhöhen müssen", so Tanja Silvana Nitschke, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Reutlingen-Tübingen. "Es wird Zeit, dass konstruktive Gespräche am Verhandlungstisch geführt werden, anstatt tarifliche Errungenschaften anzugreifen", so Nitschke weiter.

Die Forderung der IG Metall nach einem Zukunftspaket für die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie sei mehr als passend in dieser Zeit. Dieses beinhalte ein Entgelt-Volumen von vier Prozent, welches je nach Situation der Betriebe zur Stärkung der Einkommen und Ausbildungsvergütungen oder aber zur Finanzierung von Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung eingesetzt werden könne. »Damit wären passgenaue betriebliche Lösungen möglich, die Zusagen für Investitionen, Standorte, Beschäftigung und Qualifizierung enthalten könnten«, so die IG Metall.

Ein weiterer, wichtiger Baustein dieser Tarifbewegung ist die Modernisierung der tariflichen Regelungen für die Auszubildenden und die Einbeziehung der Dual Studierenden. Nitschke: »Unsere Jugend ist und bleibt unsere Zukunft, die heute schon für morgen eine große Bedeutung hat. Deswegen tun wir gut daran gute Ausbildung und eine sichere Zukunft für unsere Jugend zu erstreiten. Daher kann es auch nicht sein, dass der Arbeitgeberverband Südwestmetall einer immer größer werdenden Gruppe von jungen Menschen, die ihre Ausbildung in den Betrieben absolvieren von den tariflichen Regelungen auszuschließen. Die Dual-Studierenden müssen sich, wie alle anderen Auszubildenden ebenfalls auf den Schutz der Tarifverträge verlassen können und nicht zur Spaltung der Belegschaften missbraucht werden.«

Diese kurzen Warnstreikaktionen würden nur der Beginn sein, teilte die IG Metall weiter mit. Jetzt hätten es die Arbeitgeber in der Hand, wie es weiter gehen könne. Die Gewerkschaft sei auf alle denkbaren Szenarien vorbereitet und habe auch schon in der Friedenspflicht mit vielen Informations-Veranstaltungen für die Beschäftigten Mobilisierungsfähigkeit bewiesen". (pm)