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Aktuell Energie

Windräder-Run auf die Schwäbische Alb

Der Regionalverband hat Vorranggebiete ausgewiesen, die Realität ist schon weiter – auf der Alb sind die Projektierer handfest unterwegs

Bei Gomadingen könnten sich nächstes Jahr fünf Windräder drehen.
Bei Gomadingen könnten sich 2024 fünf Windräder drehen. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
Bei Gomadingen könnten sich 2024 fünf Windräder drehen.
Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

MÜNSINGEN. Der Ausbau der Windenergie macht rapide Fortschritte. In fast allen Albgemeinden sind Projektierer unterwegs, die Windparks errichten wollen, in der Branche herrscht Aufbruchstimmung. Neben Unternehmen aus der Branche wie der Netze BW oder dem Sonnenbühler Windkraftpionier Sowitec versuchen sich mittlerweile auch Unternehmen, die man von anderen Aktivitäten her kennt, mit Energieerzeugung. So etwa das Reutlinger Unternehmen Schöller, das in der Region Vorhaben wie das Pfullinger Arbach-Quartier umsetzt.

In den Gemeinderäten auf der Albhochfläche zwischen Römerstein und Zwiefalten wird über die Pläne der Projektierer beraten. Allerdings sind die kommunalen Einflussmöglichkeiten beschränkt. Anders als bei Freiflächen-Photovoltaikanlagen braucht es keinen vom Gemeinderat abgesegneten Bebauungsplan, Windkraft genießt Privilegierung. Wenn der Projektierer mit den Grundstückseigentümern einig wird und das langwierige und teure Genehmigungsverfahren hinter sich gebracht hat, kann gebaut werden. Einflussmöglichkeiten gibt es über Flächennutzungspläne mit Teilfortschreibung Windkraft, die hat nicht jede Kommune.

Der GEA hat zusammengestellt, über welche Projekte auf der Alb zurzeit gesprochen wird. Hinter den Windparks stehen Projektierer mit konkreten Ideen, die sich bereits in den Gemeinderäten vorgestellt haben und die im Genehmigungsverfahren bereits weit vorangeschritten sind. Ob, wann und in welchem Umfang tatsächlich gebaut wird, steht auf einem anderen Blatt. Hohe Zinsen und gestiegene Baukosten beeinflussen die Rentabilität der Vorhaben, dazu kommen Lieferschwierigkeiten für Komponenten der Windräder und der Mangel an den benötigten Fachkräften. Der Ausbau der Off-Shore-Parks auf See ist bereits massiv ins Stocken gekommen. Außerdem muss der Saft aus der Dose irgendwo hin: Wo es zum Beispiel neue Umspannwerke zur Einspeisung braucht, kann es länger dauern.

Die Projekte sind unterschiedlich weit gediehen. Auf dem Hohfleck (fünf Windräder) wird bereits gerodet. Auch in Engstingen (drei Anlagen) und Gomadingen (5) dürfte sich nichts mehr ändern. Für den Windpark Magolsheim mit sechs Rädern macht Schöller bereits Werbung. In Pfronstetten geht es momentan eher um die Standorte der insgesamt 22 Windräder. Anders in Mägerkingen: Ein Park mit zehn Rädern wurde zwar im Gemeinderat vorgestellt, so viele dürften es aber nicht werden, hoffen zumindest die Räte. (GEA)