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Aktuell Feiertage

Wenige Osterausflügler auf der Schwäbischen Alb

Der erwartete Ansturm der Feriengäste auf die Hochfläche der Schwäbischen Alb blieb wohl wegen der moderaten Temperaturen aus.

Viel los war am Lichtenstein und rund um den Uracher Wasserfall, wie etwa hier am Rutschenfelsen. FOTOS: MEYER
Viel los war am Lichtenstein und rund um den Uracher Wasserfall, wie etwa hier am Rutschenfelsen. FOTOS: MEYER Foto: Jürgen Meyer
Viel los war am Lichtenstein und rund um den Uracher Wasserfall, wie etwa hier am Rutschenfelsen. FOTOS: MEYER
Foto: Jürgen Meyer

SONNENBÜHL/ST. JOHANN. Der Osterurlaub 2021 fällt zwar nicht weg, aber bescheiden aus. Mangels der üblichen Reisealternativen wäre zu erwarten gewesen, dass sich die Erholungssuchenden aufmachen, um die nähere Heimat zu erkunden.

Gerade am Ostersonntag, dem wohl sonnigsten Tag in der ganzen Ferienzeit vor dem für Montag prognostizierten Schnee- und Winter-Rückfall, hätten die Tagesausflügler eigentlich zu Tausenden auf die Alb einfallen müssen. Doch entlang der üblichen Anlaufpunkte am Nordtrauf und links und rechts des touristisch beliebten Lautertals herrschte lediglich moderates Treiben.

Sonnenbühl, von ein paar Wochen noch Traumziel von Hunderten von Wintersportliebhabern, war über die Osterfeiertage lediglich Transitgebiet der wenigen über Land fahrenden Motorrad-Kleingruppen und vereinzelten Cabrio-Cruiser. Wohin auch? In der Hauptstadt des Ostereis ist das Museum pandemiebedingt geschlossen, vom Traumland kann man momentan auch nur träumen und die Winterschlafstätten der Höhlenbären haben verlängert.

Vielleicht hielten die frischen Temperaturen im Zehn-Grad-Bereich die Talbewohner von der Fahrt auf die Höhen ab oder die Familientreffen hatten ein zu enges Zeitfenster, um noch Raum für einen Ausflug über Land zu machen. Oder man kam über den Gönninger See, wo man nach dem Besuch der Tulpenvorblüte noch eine Runde durch die Frühblüherwiesen lief, einfach nicht mehr hinaus.

Betrieb am Lichtenstein und am Uracher Wasserfall

Lediglich zwei »Hotspots« zogen die überschaubaren Mengen an Tagestouristen an: Schloss Lichtenstein und der Uracher Wasserfall (der GEA berichtete). Letzterer wurde sowohl alb- wie auch talseitig wieder eifrig besucht. Auf dem Rutschenfelsen, aber auch dem Hohenurach trafen sich Wanderer aus verschiedenen Himmelsrichtungen.

Auf dem Schlossparkplatz reihten sich vorwiegend Autokennzeichen aus dem Stuttgarter Großraum aneinander. Man lief Spazierunden, genoss die Aussicht, sonnte sich auf den Wiesen des Freizeitgeländes, kickte mit den Kindern oder holte sich bei einem der wenigen geöffneten Gaststätten ein warmes Essen ab. So auch am Kiosk des Lauchertsees bei Mägerkingen. Mäßiger Andrang, kaum Radfahrer – das sah beim überraschenden Frühlingseinbruch im Februar noch ganz anders aus.

Ein echter Ausflug mit lebendigen Sittichen im Rucksack.
Ein echter Ausflug mit lebendigen Sittichen im Rucksack. Foto: Jürgen Meyer
Ein echter Ausflug mit lebendigen Sittichen im Rucksack.
Foto: Jürgen Meyer

Nur kleine Gruppen, wenn überhaupt, meist Paare starteten von den vielen Waldparkplätzen zu Spaziergängen. Der klassische Rucksackwanderer war selten anzutreffen. Vereinzelte Picknicks wurden unterhalb des Roßbergs veranstaltete, qualmender Grillfeuerrauch zeigte, dass das Anbrennholz noch nicht den Frühlingsstatus erreicht hat. Es gibt also noch Luft nach oben – das 1.-Mai-Wochenende für den Kurzurlaub auf der Alb rückt schon näher.

Früher hätte es auch gar keiner Fernreise bedurft. Zwischen der hügeligen Kuppenalb und der abgeflachten Südseite der Schwäbischen Alb verlief einstmals der Küstenstreifen eines tropischen Meeres. Der Augstbergturm in Steinhilben wäre damals wie ein Leuchtturm an der Brandungszone gestanden, Pfronstetten hätte ein Klima wie in Florida gehabt. Es hilft nichts, dem nachzujammern. Das ist jetzt auch schon wieder zwölf Millionen Jahre her. (GEA)

Zu kalt zum Reinfallen: Floßtour am Gomadinger See.
Zu kalt zum Reinfallen: Floßtour am Gomadinger See. Foto: Jürgen Meyer
Zu kalt zum Reinfallen: Floßtour am Gomadinger See.
Foto: Jürgen Meyer