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Der Winter auf der Alb kam mit Wucht

20 Zentimeter Neuschnee auf der Alb: Liftbetreiber, Feuerwehr, Polizei und Räumdienste haben gut zu tun

Schneebruch: Die Feuerwehr musste bei Engstingen Bäume beseitigen.
Schneebruch: Die Feuerwehr musste bei Engstingen Bäume beseitigen. Foto: Joachim Baier
Schneebruch: Die Feuerwehr musste bei Engstingen Bäume beseitigen.
Foto: Joachim Baier

ENGSTINGEN/LICHTENSTEIN. Des einen Freud, des anderen Leid: Übers Wochenende hat sich die Alb – je nach Betrachtungsweise – in ein Winterparadies oder in eine weiße Hölle verwandelt. Am Sonntagmittag maß Roland Hummel von der privaten Klimastation in Engstingen 20 Zentimeter Neuschnee auf der Alb, wobei der bei Temperaturen von null bis ein Grad eher pappig war – zumal die Flocken am Samstagnachmittag kurzzeitig in Regen übergegangen waren.

20 Zentimeter sind 20 Zentimeter. Ob auf der Skipiste, wo sie vielen Freude machen, oder auf der Straße und auf Gehwegen, wo die meisten gut drauf verzichten könnten. So oder so: Mit dem Schnee beschäftigt waren am Wochenende viele. Kinder holten ihre Schlitten für die erste Fahrt aus dem Keller, Wintersportfans nicht nur aus der Region, sondern auch aus den Landkreisen Stuttgart, Esslingen und Ludwigsburg pilgerten zu den Albliften. Zum Beispiel nach Holzelfingen, wo Wintersport-Arena-Chef Jochen Gekeler und sein Team die Saison 2019 am Samstag um 14 Uhr für eröffnet erklärten. Übers Internet und eine Smartphone-App verbreitete sich die Nachricht in Windeseile, sodass am Samstag bis 21.30 Uhr Hochbetrieb herrschte.

Spaß am Schlittenbuckel in Engstingen.
Spaß am Schlittenbuckel in Engstingen. Foto: Jürgen Meyer
Spaß am Schlittenbuckel in Engstingen.
Foto: Jürgen Meyer

Am Sonntag ging’s weiter, rund 2 000 Gäste hatten den Tag über an den vier Liften ihren Spaß. »Die Parkplätze sind durchgehend rappelvoll«, berichtete Gekeler im Telefon-Gespräch mit dem GEA, für das er mal eben kurz rechts ranfahren musste: Der Chef war mit dem Loipenspurgerät unterwegs, damit auch Langläufer auf ihre Kosten kamen. Und auch in Sonnenbühl, Engstingen und anderen Alb-Gemeinden nutzten viele Sportler die Gelegenheit, den Sonntagsspaziergang endlich mal mit Skiern an den Füßen zu genießen.

Zweckmäßiger Frühsport: Schippen.  FOTOS: BAIER, MEYER, SCHRADE, GEKELER
Zweckmäßiger Frühsport: Schippen. FOTOS: BAIER, MEYER, SCHRADE, GEKELER Foto: Marion Schrade
Zweckmäßiger Frühsport: Schippen. FOTOS: BAIER, MEYER, SCHRADE, GEKELER
Foto: Marion Schrade

Glätte und umgestürzte Bäume

Weniger genussvoll waren die vergangenen beiden Tage für Autofahrer, Räumdienste, Feuerwehr und Polizei. Letztere meldete für die Zeit von Samstagvormittag bis Sonntagfrüh in den drei Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Esslingen rund 40 Verkehrsunfälle, die auf die widrigen Straßenverhältnisse zurückzuführen waren. Insbesondere an den Albaufstiegen und in höheren Lagen ereignete sich auf eisglatten und schneebedeckten Straßen eine Vielzahl an Unfällen. Bei den allermeisten war glücklicherweise nur Sachschaden zu beklagen. Etliche Straßen mussten aufgrund umgestürzter Bäume, die unter der Schneelast brachen, kurzzeitig gesperrt werden. An der B 313 zwischen Engstingen und Haid beispielsweise musste die Feuerwehr wegen Schneebruchs mehrere Bäume fällen, was zu Staus und Behinderungen führte.

Der Pappschnee ist perfekt für Schneemänner.
Der Pappschnee ist perfekt für Schneemänner. Foto: Joachim Baier
Der Pappschnee ist perfekt für Schneemänner.
Foto: Joachim Baier

Und wie geht’s weiter? In der Nacht von Montag auf Dienstag sieht Alb-Wetterfrosch Roland Hummel ein Sturmtief mit Windgeschwindigkeiten von 50 bis 60 Stundenkilometern auf die Region zukommen, das die weiße Pracht auch in den höheren Lagen wieder tauen lässt. Am Mittwoch sinken Temperaturen und Schneefallgrenze dann wieder deutlich – sogar so weit, dass auch weiter unten, im Albvorland, mit Schnee zu rechnen ist, der sich mindestens bis Ende der Woche halten wird. (GEA)

Hochbetrieb am Skilift in Holzelfingen.
Hochbetrieb am Skilift in Holzelfingen. Foto: Gea
Hochbetrieb am Skilift in Holzelfingen.
Foto: Gea