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Wichtigste Kontaktperson von »Ermstal hilft« hat die Engagierten besucht

Nach Terminen in Berlin ist Natalia Petrenko ins Ermstal gekommen.

Ein junges Team hat den jüngsten Transport von »Ermstal hilft« in die Ukraine gepackt. Mit dabei war Natalia Petrenko.  FOTO: PR
Ein junges Team hat den jüngsten Transport von »Ermstal hilft« in die Ukraine gepackt. Mit dabei war Natalia Petrenko. FOTO: PRIVAT
Ein junges Team hat den jüngsten Transport von »Ermstal hilft« in die Ukraine gepackt. Mit dabei war Natalia Petrenko. FOTO: PRIVAT

METZINGEN/BAD URACH. Nach Terminen in Berlin hat Natalia Petrenko, eine der wichtigsten Kontaktpersonen der Initiative »Ermstal hilft« in der Ukraine, die Engagierten im Ermstal besucht. »Wer Natalia kennenlernen durfte, versteht, warum die Ukraine so stark ist und sich gegen das übermächtige Russland so erfolgreich verteidigen kann«, rühmt Holger Weiblen, Mitglied der Hilfsinitiative, die junge Ukrainerin. Und beschreibt sie als mutig, gebildet, patriotisch und zielorientiert. Ähnlich haben sich auch Metzingens Oberbürgermeisterin Carmen Haberstroh und Dettingens Bürgermeister Michael Hillert geäußert, die Natalia Petrenko gerne empfangen haben.

Diese hat auch die Georg-Goldstein-Schule in Bad Urach besucht, mit der das Gymnasium aus Arzys in der Region Odessa seit vielen Jahren partnerschaftliche Beziehungen unterhält. Die Räume und Ausstattung haben Natalia tief beeindruckt: »Das ist ja wohl der Porsche unter den Schulen«, meinte sie.

Sie traf im Ermstal viele ukrainische Geflüchtete und informierte sich über deren Situation, über Ermstal hilft e. V. und über die Zusammenarbeit mit Kommunen und Behörden. Obwohl Petrenko mit ihren hervorragenden Sprachkenntnissen in Deutsch, Englisch, Ukrainisch, Russisch und Rumänisch, ihrer Ausbildung und Berufserfahrung in Deutschland arbeiten und hier vor allem ohne Not und die ständige Angst vor Raketenangriffen leben könnte, ist das für sie keine Option. Sie ließ keinen Zweifel daran, dass ihr Platz in der Ukraine ist. Sie fühlt sich verantwortlich für ihre Schüler des Gymnasiums in Arzys, ihre Töchter, ihre Familie, das Land.

Angriffe während Hilfstransport

Und sie will weiterhin alles ihr Mögliche tun, damit die Ukraine den ohne Grund von Russland begonnenen Angriffskrieg schnell gewinnt.

Und dies, obwohl am 21. Juli in unmittelbarer Nähe das Nachbardorf Pavlivka mit großen Raketen angegriffen wurde. Ziel waren ein Getreidespeicher und ein Treibstofflager in einem großen landwirtschaftlichen Betrieb, die Treffer lösten einen Großbrand aus. Damit nicht genug, es gab eine zweite Angriffswelle auf exakt das gleiche Ziel – just, als die Rettungskräfte vor Ort waren. Mitten bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrfahrzeug aus Sarata (dort unterhält »Ermstal hilft« eines von drei Verteilzentren) und einige Feuerwehrtechnik durch einen Treffer vollständig zerstört.

Ein Feuerwehrfahrzeug aus Arzys brachte der Fahrer während der Einschläge unter Einsatz seines Lebens weg und blieb dadurch unbeschädigt. »Wir werden wohl wieder einmal Feuerwehrtechnik sammeln und nach Sarata bringen«, sagt Holger Weiblen.

Verlässliches Fahrrad

Mit einem Konvoi von »Ermstal hilft« fuhr Natalia Petrenko zurück in die Ukraine und begleitete ihn als Dolmetscherin über Odessa und Mykolajiw hinaus durch viele Checkpoints gen Osten. Neben Generatoren, Technik, Werkzeug und anderen bestellten Hilfsgütern haben die Engagierten aus dem Ermstal 28 Fahrräder für Ärzte und Krankenschwestern für das Gebiet Donezk transportiert. Dort sind die meisten Straßen aufgrund der dauernden Kampfhandlungen unpassierbar, private Autos sind Mangelware und ebenso der Sprit. »Wir wurden dringend um Fahrräder gebeten, das sei aktuell die einzige verlässliche Fortbewegungsmöglichkeit«, informiert Weiblen weiter. »Ermstal hilft« dankt allen Spender für vollständig überholte und teils neuwertige Fahrräder.

»Warum tut ihr das, warum helft ihr uns so viel?«, hat Natalia Petrenko während ihres Besuchs im Ermstal gefragt. Metzingens Rathauschefin geriet nur kurz ins Stocken: »Zuschauen ohne Hilfe und Unterstützung ist keine Option«, machte Carmen Haberstroh deutlich. (eb)