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Schlaitdorf bot eines der größten Musikfeuerwerke Deutschlands

Zum 21. Mal gab's in Schlaitdorf das große Sommerfest mit dem berühmten Musikfeuerwerk. Nach heftigen Regengüssen am Nachmittag blieb abends glücklicherweise alles trocken.

Ein Feuerwerk zum Staunen zauberten Rolf Zizelmann und Armin Rieth in den klaren Schlaitdorfer Nachthimmel.
Ein Feuerwerk zum Staunen zauberten Rolf Zizelmann und Armin Rieth in den klaren Schlaitdorfer Nachthimmel. Foto: Steffen Schanz
Ein Feuerwerk zum Staunen zauberten Rolf Zizelmann und Armin Rieth in den klaren Schlaitdorfer Nachthimmel.
Foto: Steffen Schanz

SCHLAITDORF. Alles begann vor 21 Jahren mit einem Holzhaufen der Feuerwehr, der für ein Fest aus einer Laune heraus elektronisch angezündet werden sollte. Dies gelang Armin Rieth vom Schützenverein Schlaitdorf, der seine Fähigkeiten immer weiter ausbaute. Was daraus wurde, konnten am Samstagabend Tausende bei der Schlaitdorfer Sommernacht erleben, die wie immer in einem der aufwendigsten und größten Musikfeuerwerke Deutschlands gipfelte. Eine Besonderheit ist die Hanglage mit optimaler Sicht. Unterstützt wird die Veranstaltung von JMS Fahrzeugteile. »Wir sind stolz, dass bei uns so ein großartiges Fest stattfindet«, so Bürgermeister Sascha Richter, der allen Mitwirkenden dankte.

Um 19 Uhr startete der Event, auf dem Essen und Getränke, organisiert von der Feuerwehr, und eine Open-Air-Disco genossen wurden. Das Publikum nutzte die Tanzfläche, die am Nachmittag noch zentimeterhoch unter Wasser gestanden hatte. Heftige Regengüsse hatten auch viele Mäuse das Leben gekostet, die entsorgt werden mussten, bevor acht Mitarbeiter auf dem Hanggelände über Stunden die rund 5.000 Meter Kabel verlegten. Die dünnen Drähte führten über eine Fläche von über 3.000 Quadratmetern. »Herz« des Ganzen sind zwei Autobatterien für den nötigen Strom sowie ein Schaltpult, an dem die beiden Urheber Armin Rieth und Rolf Zizelmann die richtigen Effekte zur richtigen Zeit zünden. Alles von Hand und nach Stoppuhr.

Rolf Zizelmann (links)  und Armin Rieth am Steuerpult des Feuerwerks.
Rolf Zizelmann (links) und Armin Rieth am Steuerpult des Feuerwerks. Foto: Gabriele Böhm
Rolf Zizelmann (links) und Armin Rieth am Steuerpult des Feuerwerks.
Foto: Gabriele Böhm

»Wir suchen schon ab Oktober nach der passenden Musik«, so das Duo. »Sie muss gefallen und auch zu den möglichen Vulkanen, Kometen oder Fontänen passen.« Sechs bis sieben Titel werden zusammengeschnitten und die Effekte darauf angepasst. »Anfangs haben wir mit frei verkäuflichem Feuerwerk gearbeitet«, berichtet Rieth. Doch dann erwarb er auf der Dresdner Sprengschule den Pyrotechnikerschein und hat seitdem Zugriff auf sensationelle Feuertöpfe, Bengalische Lichter und Goldregen. Vom Ablauf zwischen Musik und Effekten wird ein Manuskript erstellt, doch proben kann man nichts. Kein Wunder also, dass die beiden Protagonisten in der Nacht kaum Schlaf fanden. Bei einer Höhe von bis zu 300 Metern muss das Feuerwerk beim Flughafen angemeldet werden, von dem kurz vorher noch einmal das Okay eingeholt wird.

Bei 800 Stunden Vorarbeit und Tausender erwartungsvoller Gäste müssen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Das Gelände wurde mit Flatterband umgeben, schon Stunden vorher liefen Helfer Patrouille, damit niemand in die dünnen Drähte geriet. Jedes Jahr wurde die Elektronik vorsorglich gegen Regen gesichert, dieses Mal war das die Rettung.

Atemberaubend schön: 20 Minuten lang bezauberten Kugeln, Raketen und Kometen das Publikum.
Atemberaubend schön: 20 Minuten lang bezauberten Kugeln, Raketen und Kometen das Publikum. Foto: Steffen Schanz
Atemberaubend schön: 20 Minuten lang bezauberten Kugeln, Raketen und Kometen das Publikum.
Foto: Steffen Schanz

Doch das Fest verlief bei bestem Wetter. Aufgeheizt vom Tanzen im Farbnebel und den DJs erlebten die Gäste bei sternklarem Himmel 20 Minuten lang unvergessliche Momente. Die sicher auch vom Uhlbergturm gegenüber gut gesehen wurden. Ruhig mit kleinen Vulkanen begonnen, schossen danach zu »Euphoria« und »Raise your hands« silberne Kugeln in die Höhe, malten Kometen Rautenmuster in den Himmel und explodierten Raketen zu Tausenden weißer Sterne. Das Publikum schaute atemlos in die Höhe, pfiff und applaudierte und wird sich mit Sicherheit im nächsten Jahr wieder auf den Weg machen. (GEA)