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Nach 22 Stunden: Feuer in Metzinger Altbau gelöscht

Der Brand in der Metzinger Innenstadt hat mehr als 22 Stunden gedauert. Erst Montag um 13 Uhr hatten die Wehrleute den Brand komplett gelöscht. Das ausgebrannte denkmalgeschützte Haus in der Pfleghofstraße ist mittlerweile teilweise abgerissen worden. Der Stadtarchivar spricht von einem schwerwiegenden kulturhistorischen Verlust.

Der Brand ist nach mehr als 22 Stunden gelöscht, das Haus in der Metzinger Innenstadt aber schwer beschädigt.
Der Brand ist nach mehr als 22 Stunden gelöscht, das Haus in der Metzinger Innenstadt aber schwer beschädigt. Foto: Malte Klein
Der Brand ist nach mehr als 22 Stunden gelöscht, das Haus in der Metzinger Innenstadt aber schwer beschädigt.
Foto: Malte Klein

METZINGEN. Vor zwei Seiten der Bauzäune stehen Schaulustige und werfen Blicke auf die Brandruine an der Pfleghofstraße in der Metzinger Altstadt. Einige kommen vom Marktplatz hinübergelaufen, andere von der Hindenburgstraße aus. Das Haus, das bis Sonntagnachmittag die Hausnummer vier war, ist im hinteren Bereich bereits Geschichte. Es ist zum Teil abgerissen, damit die Feuerwehrleute an die Glutnester herankommen konnten. Vorne zur Hindenburgstraße hin steht es noch, ist aber stark beschädigt. Von der oberen Seite des Daches ragen verkohlte Balken in den Himmel. Neben dem Fenster im Dachgeschoss haben Flammen Rußspuren an der Front hinterlassen.

Am Montagmorgen steht noch ein Feuerwehrauto vor dem verputzten Fachwerkhaus der früheren Weinstube Zum Rad. Bis zum Brand war dort das Sushirestaurant Michio untergebracht. »Wir waren die ganze Nacht noch im Einsatz. Erst um 13 Uhr haben wir «Feuer aus» gemeldet«, sagt Andreas Merz, der Einsatzleiter der Metzinger Feuerwehr. Am Sonntag waren die Einsatzkräfte gegen 15.20 Uhr alarmiert worden. In dem Haus habe es somit mehr als 22 Stunden lang gebrannt. So lange waren aber die Einsatzkräfte nicht am Stück vor Ort. »Wir haben um sechs Uhr morgens das Personal getauscht«, sagt Merz. Dass es in einem Altbau so lange brennt, komme immer wieder vor. »Die Bausubstanz ist von 1750. Das Haus war sehr aufwendig zu löschen.« Das habe daran gelegen, dass Balken ineinander verleimt waren und das damals verwendete Dämmmaterial das Löschen erschwert habe.

Brandriegel schützen Nachbarhäuser der Altstadt

Wegen der engen Bebauung in der Metzinger Innenstadt waren die Löscharbeiten für die Feuerwehrleute eine Herausforderung. »Wir haben mehrere Brandriegel zu den Nachbargebäuden aufgebaut.« Denn die Gefahr habe bestanden, dass es zu einem sogenannten Überschlag kommt und sich der Brand auf weitere Häuser ausweitet. In dem Fall habe dies verhindert werden können. Aber: »Es ist alles ausgebrannt. Das Haus ist kaputt«, fasst Merz den aktuellen Zustand zusammen. Nun seien die Löscharbeiten abgeschlossen und das Gebäude wieder dem Eigentümer übergeben worden. Es bestehe allerdings noch die Gefahr, dass der Brand in einem Glutnest erneut aufflamme. Sollte dies so sein, würden die Feuerwehrleute erneut ausrücken und nachlöschen. Sie schauten aber nicht regelmäßig vorbei, sondern wenn sie erneut alarmiert würden. »Für uns ist die Brandbekämpfung abgeschlossen«, sagt Andreas Merz.

Am Montagmorgen löschen immer noch Feuerwehrleute. Erst am Mittag ist das Feuer bekämpft.
Am Montagmorgen löschen immer noch Feuerwehrleute. Erst am Mittag ist das Feuer bekämpft. Foto: Malte Klein
Am Montagmorgen löschen immer noch Feuerwehrleute. Erst am Mittag ist das Feuer bekämpft.
Foto: Malte Klein

Bei der Polizei hingegen ist das keineswegs der Fall. Die Ermittlungen laufen. Doch warum am Sonntagnachmittag der Brand in dem Haus nahe des Metzinger Marktplatzes ausbrach, dazu habe die Polizei noch keine Erkenntnisse, sagt Martin Raff, ein Sprecher des Präsidiums Reutlingen, am Montag. Wie lange die Straße vor dem Haus gesperrt werden muss, sei unklar, sagt Susanne Berger, die Sprecherin der Stadt Metzingen. Die Mitarbeiter des Bauamts würden das aktuell noch prüfen. Grundsätzlich gilt laut Berger: »Wenn ein Gebäude nicht mehr sicher ist, muss es mit einem Zaun abgesichert werden.« Falls es nämlich nach dem Brand womöglich einstürzen würde, könnten sonst Passanten zu Schaden kommen.

Der Stadtarchivar Rolf Bidlingmaier ordnet den Wert ein: Ein Abbruch des denkmalgeschützten Gebäudes sei ein schwerwiegender kulturhistorischer Verlust. Es liege auch noch keine Abbruchverfügung vor, sodass dieser Schritt aktuell nicht möglich sei. Lange Zeit diente das Haus an der Pfleghofstraße als Gaststätte. Wie Stadtarchivar Bidlingmaier weiß, war dort ab 1785 eine Konditorei. Von 1828 an betrieb der Metzger und Pferdehändler Philipp Adam darin das Gasthaus »Zum goldenen Bären«. Im Jahr 1886 übernahm die Familie Schwab die Gastwirtschaft »Zum Rad«. Dieser Name steht auch jetzt noch an der Fassade des ausgebrannten Hauses, denn dieser blieb auch nach Besitzerwechseln. Zuletzt beherbergte das Haus das Sushirestaurant Michio. (GEA)