BAD URACH. Pläne öffentlich vorgestellt zu bekommen, ist die eine Sache. Sich vor Ort unter kompetenter Führung einen Überblick zu schaffen, die andere: Bereits zum dritten Mal hatten Bürgermeister Elmar Rebmann und Stadtbaumeister Tim Wilhelm zu einem Gartenschau-Informationsspaziergang eingeladen. Das Interesse daran ist so groß, dass die drei Termine komplett ausgebucht waren und nun weitere angeboten werden. Sehen, was kommt und wissen, was einen als Bad Uracher erwartet – das ist die Motivation, an den Rundgängen teilzunehmen. Und so wird an den verschiedenen Stationen auch interessiert nachgefragt und manch kritischer Aspekt angesprochen. Das Gartenschaukonzept als solches kommt bei den Teilnehmern des Rundgangs am Dienstag jedenfalls gut an: »Das wird klasse, das schaffen sie schon«, meint ein Bad Uracher. »Da profitiert die Stadt nachher davon«, zeigt sich eine Mitläuferin überzeugt.
Flächen zum Faulenzen und aktiv sein
Ein nachhaltiges grünes Band für die Bürger der Stadt mit einem erheblich erweiterten Kurpark zu schaffen, das sei laut Bürgermeister Rebmann mit ein Ziel des Gartenschau-Projekts: Es werden Flächen entstehen, wo sich die Menschen jeden Alters aufhalten können – zum Faulenzen oder aktiv sein wie an einer Boulderwand. Doch bevor es so weit ist, umschließt zunächst ein Zaun das Gartenschau-Gelände; es wird während der fünfmonatigen Ausstellungszeit Eintritt verlangt. Die Stadt hofft, viele Dauerkarten verkaufen zu können – die Bereitschaft unter den Teilnehmern am Inforundgang jedenfalls ist groß, dies zu tun: »Klar mache ich das«, meint eine Seniorin, zumal ja viele Veranstaltungen während der Gartenschau geplant sind.
Die Phase der Gestaltung der Dauerflächen ist abgeschlossen, auf großflächigen Perspektivbildern auf dem künftigen Gartenschauareal ist die künftige Gestaltung an der jeweiligen Stelle zu sehen. Die Ideen kommen an, das Erstaunen ist groß: Bislang ist die Erms an den meisten Stellen beispielsweise nur zu hören und nicht zu sehen, zugänglich ist sie erst recht nicht. Das soll sich an vielen Stellen ändern, die Erms soll Erlebnisraum werden – auch dort, wo heute Wohnmobile stehen: Denen wird ein neuer Platz in Richtung Bundesstraße zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus werden bislang nicht sichtbare Biotop in der Nähe der Fachkliniken freigelegt, mehr Wege geschaffen und man reagiert bei der Planung auf den Klimawandel mit einem Nebelbrunnen.
Bad Urachs Bürgermeister brennt für das Projekt
Elmar Rebmann brennt für das Projekt, das ist seinen Ausführungen deutlich anzumerken. Voller Begeisterung führt er die rund 25 Frauen und Männer durch den Kurpark von heute mit vielen Hinweisen auf das Aussehen von morgen: Schwärmt vom neuen Musikpavillon in einer charmanten Ellipsenform, sieht die Menschen bereits auf den Wiesen chillen. Aber, dessen sei man sich auch bewusst: »Es liegt eine sehr intensive Zeit hinter uns und die nächsten zweieinhalb Jahre werden richtig knackig.« Denn, so Rebmann: »Wir sind die kleine Gartenschau, es ist aber ein riesen Projekt für uns.« Die Bruttokosten belaufen sich auf 24 Millionen Euro, etwa 60 Prozent werden über Zuschüsse und aus Fördertöpfen gedeckt.
Klar sei aber auch eines, wie Rebmann betonte: Eine Gartenschau sei immer auch ein gewaltiges Infrastrukturprojekt und nicht nur eine »Blümlesausstellung«. Sehr viele Themen könnten geballt in einem Schritt umgesetzt werden, dazu gehöre auch die Umgestaltung der Wasserfallkreuzung. Ohne die Gartenschau wäre ein Umbau nicht in diesem Zeitraum zu realisieren gewesen, Bad Urach hätte warten müssen: »Andere Kreuzungen sind mehr belastet und ein Unfallschwerpunkt.«
Was lange Zeit gefühlt in weiter Ferne lag, rückt nun näher: Bereits im Herbst geht’s auf dem Gartenschaugelände mit Rodungsarbeiten los. Wobei der Baumbestand so weit wie möglich erhalten wird, etwa 120 Bäume werden gefällt. Die könnte man, so Tim Wilhelms Auskunft, krankheitsbedingt sowieso nicht halten: »Dafür pflanzen wir aber auch über 300 Bäume neu.« Die Bauarbeiten fürs Gartenschaugelände starten dann im Frühjahr. Zwei Jahre später sollen dann die Menschen in ein völlig umgestaltetes Gebiet strömen: »Das wird ein Fest für die Bad Uracher, aber auch für die Region«, meint Rebmann. Eines sicherte er auf besorgte Anfrage aus dem Kreis der Teilnehmer am Rundgang lachend zu: »Der Schäferlauf findet auch 2027 statt.«
Es finden weiter Informationsspaziergänge statt: Am Montag, 16. September von 18 bis 20 Uhr und am Samstag, 26. Oktober von 10 bis 12 Uhr. Eine Anmeldung ist erforderlich unter www.badurach-gartenschau.de. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 beschränkt. (GEA)

