Logo
Aktuell Sanierung

Grafenberg muss das Kanalnetz vergrößern

Um das neue Ortszentrum sichtbar weiter zu gestalten, muss zunächst der Untergrund saniert werden.

Die Gestaltung des Ortszentrums von Grafenberg lässt auf sich warten.  FOTO: SANDER
Die Gestaltung des Ortszentrums von Grafenberg lässt auf sich warten. FOTO: SANDER
Die Gestaltung des Ortszentrums von Grafenberg lässt auf sich warten. FOTO: SANDER

GRAFENBERG. Die Ortsumfahrung B 313 in Grafenberg gibt es zwar schon seit zwei Jahren, die sichtbare Gestaltung des neuen Ortszentrums lässt mindestens noch so lange auf sich warten. Gearbeitet werden muss zuerst im unsichtbaren Bereich. Das Kanalnetz muss vergrößert werden.

Zunächst einmal muss die Gemeinde »eine Million in den Untergrund vergraben«, sagte Bürgermeister Volker Brodbeck. Erst dann könne an der Oberfläche gestaltet werden. Außerdem sei es sinnvoll, weitere Arbeiten gemeinsam mit dem Landkreis »in einem Zug« mit der Straßensanierung der bisherigen Ortsdurchfahrt im Bereich Metzinger und Kleinbettlinger Straße zu koordinieren. Die ist allerdings erst für 2023 geplant. Brodbeck betonte, dass die Sanierungsarbeiten für das Ortszentrum erst »ab Straßenbelag« förderfähig seien. Die Gemeinde muss also die Untergrundarbeiten bezahlen. Es sei denn, es finden sich noch andere Fördertöpfe.

»Der Punkt eins war mir nicht bekannt«, begann Hans-Joachim Reglin von der STEG-Stadtentwicklung seinen Bericht zur Sanierung der Ortsmitte III am Dienstag in der Gemeinderatssitzung. Er war virtuell aus Stuttgart zugeschaltet während die Gemeinderäte und die Verwaltung von daheim oder ihren Büros aus teilnahmen und Reglins Bericht einstimmig zur Kenntnis nahmen.

Eigentümer lehnt Verkauf ab

Der Planer gab einen Rückblick zur Chronologie und städtebaulichen Zielsetzung und informierte über den Stand der Förderung, für die der Bewilligungszeitraum am 30. April 2024 abläuft. Der Förderrahmen ist mit rund einer Million Euro geplant. Das bedeutet, dass das Land 60 Prozent Zuschuss zahlt und die Gemeinde 40 Prozent zahlen muss.

Reglin zeigte, was bisher gebaut wurde. Die Aufwertung des Ortseingangs durch einen Platz mit Aufenthaltsqualität sei »noch nicht gelungen«. Für die weitere Planung steht das Grundstück Nürtinger Straße 17 nicht zur Verfügung, gab Brodbeck auf Nachfrage im Rat bekannt. Verhandlungsgespräche darüber seien beendet, weil der Eigentümer definitiv beschlossen habe, dass das Grundstück in Privatbesitz bleibe.

Mehr Wohnraum durch Umnutzung

Reglin nannte generelle Förderschwerpunkte wie mehr Wohnraum durch Umnutzung, die Modernisierung und Aktivierung von Flächen und Leerständen, die Anpassung an den Klimawandel und ökologische Erneuerung durch die Verbesserung der Energieeffizienz im Altbaubestand, die Verbesserung des Ortsklimas und der grünen Infrastruktur neben weiteren Maßnahmen wie der Verbesserung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Integration durch die Aufwertung des Wohnungsbestands und des Wohnumfelds und die Anpassung vorhandener Strukturen an den demografischen Wandel. Dabei sei insbesondere Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und in Wohnungen wichtig. Er empfahl, für eine mögliche Aufstockung und Fristverlängerung konkrete Pläne einzureichen. Gemeinderat Gunther Kleemann sprach sich dafür aus, »den Kanal so schnell wie möglich zu sanieren, nicht erst den Abbruch vom Lamm und eine neue Asylunterkunft schaffen«. Brodbeck hatte zuvor gesagt, dass eine der nächsten Vorhaben der Abbruch im Lamm-Areal für eine Neubebauung sein könnte. (GEA)