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Aktuell Bericht

Edgar Selges und Florian Illies Bücher sind in Wannweil gefragt

In Wannweil haben 733 Nutzer im vergangenen Jahr 51 072 Medien ausgeliehen. Lieferservice an die Haustür

Büchereileiterin Christina Ulmer-Trauner liefert Bücher aus.  ARCHIVFOTO: RITTGEROTH
Büchereileiterin Christina Ulmer-Trauner liefert Bücher aus. ARCHIVFOTO: RITTGEROTH Foto: Ralf Rittgeroth
Büchereileiterin Christina Ulmer-Trauner liefert Bücher aus. ARCHIVFOTO: RITTGEROTH
Foto: Ralf Rittgeroth

WANNWEIL. Die Büchereileiterin Christina Ulmer-Trauner ist am Donnerstagabend in den Ratssaal gekommen, um über die Nutzungsstatistiken der Wannweiler Bücherei zu sprechen – über die Ausleihen und die entliehenen Medien. Das tat sie auch – aber nicht nur. Denn gleich zu Anfang vermittelte sie noch etwas anderes, das zu ihrem Beruf gehört: Sie machte Lust aufs Lesen und auf einen Büchereibesuch.

Ulmer-Trauner tat das, indem sie zunächst ein Gedicht des Kinderbuchautors Paul Maar zitierte, der mit seinen Sams-Büchern bekannt wurde. »Ihr wisst es ja: Es kann im Leben nichts Schöneres als Bücher geben!« Denn, so schreibt es Maar, zwischen den Buchdeckeln reiten Hexen auf ihren Besen, kämpfen Ritter und gibt es immer etwas zu Lachen. Maar schließt sein Gedicht mit den Worten: »Im Buch erfahr’ ich, wer ich bin: Die ganze Welt, sie steckt da drin!«

Ulmer-Trauner schlug den Bogen zu Büchereien und zu ihrem Arbeitsplatz im Erdgeschoß des Rathauses im Besonderen: »Claudia Roth, die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, hat gesagt, dass Bibliotheken besondere Orte sind.« Deren Ziel sei nämlich, niedrigschwellig erreichbar zu sein, die Lesekompetenz zu fördern und einen kritischen Dialog der Gesellschaft zu fördern. Und die Nutzer müssten dort nichts konsumieren.

Wieder normaler Betrieb

Gerade nach der Corona-Pandemie seien Ulmer-Trauner und die beiden anderen Bibliothekarinnen angesprochen worden. »›Es ist schön, dass die Bücherei wieder normal geöffnet hat‹, haben uns die Nutzer oft gesagt«, erwähnte Ulmer-Trautner. In der Bücherei arbeiten drei Mitarbeiterinnen an drei Tagen elf Stunden lang und teilen sich rechnerisch eine 0,84-Prozent-Stelle. Hinzu kommen noch zwei Schüler, die die zurückgegebenen Bücher und Medien, im Jahr 2022 waren es 51 072 Gegenstände, wieder in die Regale stellen. Am häufigsten verliehen wurden etwa der Roman »Hast Du uns endlich gefunden« von Edgar Selge, das Sachbuch »Liebe in Zeiten des Hasses« von Florian Illies und das Kinderbilderbuch »Käpt’n Sharky und die Riesenkrake«.

Die Bücherei Wannweil zählte im vergangenen Jahr 7 693 registrierte Nutzer, von denen 733 aktiv Medien ausliehen. Von diesen waren 211 jünger als zwölf Jahre und 107 älter als 60 Jahre. Die Bücherei verzeichnete 151 neue Nutzer. Die Wannweiler kommen nicht nur zum Ausleihen vorbei, sondern auch zum Recherchieren, um andere zu treffen, Zeitschriften zu lesen und zu Lesungen.

Wer nicht gut zu Fuß ist, dem bringen Christina Ulmer-Trautner und ihre Kolleginnen Medien bis an die Haustür. Und sie gehen mit Bücherkoffer in die Schule und Kindergärten und machen Lust aufs Lesen. (mak)