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Aktuell Pflege

Bad Uracher Seniorenzentrum zeigt, wie sich altersbedingte Beschwerden anfühlen

Informationstag im Seniorenzentrum Herzog Christoph in Bad Urach zum 40. Geburtstag

Wohnbereichsleiter Steffen Epple probierte in einem speziellen Alterssimulationsanzug mit Hilfe von Pflegedienstleiterin Silvia
Wohnbereichsleiter Steffen Epple probierte in einem speziellen Alterssimulationsanzug mit Hilfe von Pflegedienstleiterin Silvia Kluf aus, wie es sich anfühlt, sich mit Einschränkungen im Alter von Arthrose bis zu Schwerhörigkeit zu bewegen. FOTO: SANDER
Wohnbereichsleiter Steffen Epple probierte in einem speziellen Alterssimulationsanzug mit Hilfe von Pflegedienstleiterin Silvia Kluf aus, wie es sich anfühlt, sich mit Einschränkungen im Alter von Arthrose bis zu Schwerhörigkeit zu bewegen. FOTO: SANDER

BAD URACH. Das Seniorenzentrum Herzog Christoph in Bad Urach ist barrierefreies Pflegeheim mit 80 Pflegeplätzen mit integrierter Kurzzeitpflege sowie mehr als 60 betreuten altersgerechten Seniorenwohnungen, für altersgerechtes Wohnen.

Vor 40 Jahren gegründet, war es jetzt an der Zeit, den Geburtstag mit einem informativen Tag des offenen Zentrums zu feiern. Für Besucher, die in das zentrumsnah und mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr und Einkaufsmöglichkeiten gelegene Haus kamen, gab es viele Möglichkeiten, sich über das Leben im Alter und entsprechende Einschränkungen zu informieren.

Schwere Hände

So konnte jeder in einem Alterssimulationsanzug testen, wie es sich anfühlt, wenn Arthrose, Gicht, Rheuma und andere Beschwerden den Alltag erschweren, müde Beine das Leben im Wortsinne schwer machen. »Sehr unangenehm«, beschrieb Wohnbereichsleiter Steffen Epple das Gefühl, sich in dem Simulationsanzug zu bewegen, wobei ihm Pflegedienstleiterin Silvia Kluf hilfreich zur Seite stand, denn das Gehen war gar nicht so einfach, weil unsicher. Die Hände konnten sich nicht einfach wie gewohnt an etwas festhalten, die Orientierung fiel schwerer, und alles ging viel langsamer als sonst. Mit Brillen, die den Blick simulierten, wie »grauer Star« oder diabetische Retinopathie die Sicht massiv einschränken, war es dann noch eine Stufe schwieriger, sodass man Gangunsicherheit nachfühlen konnte und auch erkennen, warum zum Beispiel kontrastreicher Bodenbelag und eine Kennzeichnung von Stufen wichtig sind.

An einer Pflegepuppe wurden verschiedene Behandlungsmethoden demonstriert, und man konnte sogar eine Nachbildung des menschlichen Herzens anfassen, das in eine Hand passt.

Die Sitzwachengruppe informierte über ihren ehrenamtlichen Dienst ebenso wie es Informationen über den Pflegeberuf und die Ausbildung dazugab. Auch ehrenamtliche Hilfskräfte in mehreren Bereichen wie Spaziergänge mit den Bewohnern machen bis hin zum Besuchsdienst haben hier viele Möglichkeiten, ihre Talente zu entfalten und sich mit ihrer Zeit und Fähigkeiten einzubringen.

Vielfältiges Angebot

Staunend nahmen einige Besucher zur Kenntnis, dass in der betreuten Wohnanlage »in den Mauergärten« alle Fußballspiele bis in die Nacht hinein gemeinsam angeschaut werden, was so kaum jemand erwartet hätte. Auch das vielfältige Unterhaltungsangebot für die Senioren machte Eindruck auf die Besucher, die bei Kaffee und Kuchen und anderen kulinarischen Angeboten gerne verweilten und auch an einem Capoeira-Workshop teilnehmen konnten. Die Kinder freuten sich über Ponyreiten und einen Clown, Drehorgelmusik gehörte ebenfalls zum Rahmenprogramm wie auch ein Rollstuhlheck und Informationen zu Hilfsmitteln in der Pflege. (mar)