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Verdi ruft Donnerstag im Kreis Tübingen zu Streiks im öffentlichen Dienst auf

Warnstreiks im öffentlichen Dienst
Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten im öffentlichen Dienst ezum Warnstreik auf. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/DPA
Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten im öffentlichen Dienst ezum Warnstreik auf.
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/DPA

TÜBINGEN. Die Gewerkschaft Verdi ruft am Donnerstag zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst im Landkreis Tübingen auf. Auch die Landkreise Esslingen und Göppingen sind am Mittwoch und Donnerstags von Streiks betroffen. Das teilt die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung mit. Am Donnerstag, 30. Januar, werden Beschäftigte aus allen Bereichen des öffentlichen Dienstes in Rottenburg und Mössingen zum Streik aufgerufen. In Mössingen ist am Donnerstag eine Kundgebung auf dem Rathausplatz um 11.30 Uhr geplant, in Rottenburg startet am gleichen Tag um 8.30 Uhr eine Kundgebung vor dem Rathaus. 

»Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst sind nicht verantwortlich für die chronische und strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen. Im Gegenteil: Sie sind die Hauptleidtragenden. Denn während ihre Kommunen seit vielen Jahren Geld durch unbesetzte Stellen sparen, bekommen sie täglich die Arbeit des fehlenden Personals zusätzlich aufgedrückt«, sagt Martin Gross, Verdi-Landesbezirksleiter.

»Wir setzen diese Woche erste Nadelstiche und bereiten zeitgleich eine deutliche Ausweitung der Warnstreiks in Baden-Württemberg vor«, erklärt

Hanna Binder, stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiterin. Die zugespitzte Situation in praktisch allen Bereichen des öffentlichen Dienstes erfordere schnelle Lösungen am Verhandlungstisch für bessere Bezahlung und mehr Zeitsouveränität. »Wir werden in den kommenden Wochen Druck machen, damit die Arbeitgeber zur zweiten Runde noch vor der Bundestagswahl ein verhandlungsfähiges Angebot mitbringen.«

Mindestens 350 Euro mehr Lohn

Verdi fordert in der Tarifrunde 2025 für die mehr als 2,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen ein Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich für Entgelterhöhungen und höhere Zuschläge für besonders belastende Tätigkeiten. Die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte sollen um 200 Euro monatlich angehoben werden. Außerdem fordert Verdi drei zusätzliche freie Tage, um der hohen Verdichtung der Arbeit etwas entgegenzusetzen. Für mehr Zeitsouveränität und Flexibilität soll zudem ein »Meine-Zeit-Konto« sorgen, über das Beschäftigte selbst verfügen können.

Die zweite Runde der Tarifverhandlungen findet am 17./18. Februar 2025 in Potsdam statt. Die dritte Runde ist vom 14. - 16. März 2025 ebenfalls in Potsdam angesetzt. Das Tarifergebnis soll zeit- und wirkungsgleich auf Beamt:innen, Richter:innen, Soldat:innen sowie auf Versorgungsempfänger:innen übertragen werden. Verdi führt die Tarifverhandlungen auch für GdP, GEW, IG BAU sowie mit dbb beamtenbund und tarifunion.

67 Prozent sind Frauen

In Baden-Württemberg arbeiten nach Zahlen des Statistischen Landesamtes von 2022 rund 236.000 Tarifbeschäftigte bei den Kommunen. Etwa 67 Prozent der Beschäftigten sind Frauen, die Teilzeitquote beträgt rund 44 Prozent (insgesamt inklusive Beamt:innen). Außerdem haben die bundesweiten Verhandlungen unter anderem Auswirkungen auf den Verlauf der Tarifrunde von rund 10.000 Beschäftigten bei der Agentur für Arbeit und über 3.000 Beschäftigten bei der Deutschen Rentenversicherung im Land. (eg)

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