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Tübingen klimaneutral bis 2030: Arbeiten für das Quartierskonzept Lustnau beginnen

Die Sonne scheint am blauen Himmel
Die Sonne scheint am blauen Himmel durch Wolken hindurch. Foto: Markus Scholz/dpa/Symbolbild
Die Sonne scheint am blauen Himmel durch Wolken hindurch. Foto: Markus Scholz/dpa/Symbolbild

TÜBINGEN. Klimafreundliche Quartiere spielen eine wichtige Rolle für den Klimaschutz. Ziele, wie sie im Tübinger Klimaschutzprogramm definiert sind, hängen auch von der städtebaulichen Entwicklung ab. Neben neuen Quartiersprojekten steht dabei die Neuausrichtung bestehender Quartiere im Fokus. Ein Beispiel ist der Tübinger Stadtteil Lustnau: Dort arbeiten die Stadtverwaltung und die Stadtwerke Tübingen gemeinsam an einem integrierten Quartierskonzept. Dies ist ein Baustein für das städtische Klimaschutzprogramm.

»In gewachsenen Strukturen stecken viele Potenziale, um Energie zu sparen und das Klima zu schützen. Das integrierte Quartierskonzept für Lustnau wird uns helfen, diese Möglichkeiten zu nutzen«, sagt Oberbürgermeister Boris Palmer. Das Quartierskonzept Lustnau wird von der KfW gefördert und dient als Pilotprojekt für weitere integrierte Quartierskonzepte in Tübingen. In Kürze beginnen vor Ort erste Bestandsaufnahmen durch das beauftragte Ingenieurbüro IBS.

Im Mittelpunkt steht zunächst die Aufnahme der städtebaulichen Gegebenheiten in Lustnau. Daran schließt sich eine Analyse an: Wie ist der Zustand der Gebäude? Welche Dämmmaßnahmen sind bereits umgesetzt? Aus unterschiedlichen Parametern errechnen die Fachleute den aktuellen Energieverbrauch des Ortsteils. Der Ist-Zustand dient als Ausgangspunkt für weitere Berechnungen, um beispielsweise Antworten auf die Frage zu finden, wie hoch das CO2-Minderungspotenzial durch gezielte Gebäudedämmung ist. Einem integrierten Quartierkonzept schließt sich meist ein mehrjähriges Sanierungsmanagement an.

Für das Konzept stehen neben einer Erweiterung der Nahwärmeversorgung auch Lösungen zur Energiegewinnung vor Ort auf der Agenda: Wie lassen sich beispielsweise die Abwasserwärme aus der Kläranlage nutzen? Welche Potenziale bieten sich durch den Einsatz von Photovoltaikanlagen? Wie auch immer das neue energetische Quartierkonzept für Lustnau im Detail aussehen wird: Die übergeordneten Ziele sind CO2-Einsparungen, eine größere Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und ein innovativer Ansatz zur Wärmeversorgung. Die Analysen und die Konzeption für Lustnau liefern der Stadtverwaltung und den Stadtwerken außerdem wichtige Erkenntnisse über die Möglichkeiten, wie bestehende Quartiere fit für eine klimafreundliche Zukunft werden können. (pm)