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Kretschmann weicht nicht vom Lockdown ab

Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigt sich verwundert nach dem Appell der Bürgermeister über das Ansinnen, dass ausgerechnet Baden-Württemberg als eines der stärker betroffenen Länder von der Umsetzung der Beschlüsse abweichen soll.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne)
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Archivbild

REUTLINGEN/TÜBINGEN. Nachdem zahlreiche Bürgermeister in ganz Baden-Württemberg wie Thomas Keck (Reutlingen), Boris Palmer (Tübingen), Michael, Ulrich Fiedler (Metzingen) und Bulander (Mössingen) sich mit einem gemeinsamen Appell an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gewendet haben, hat es am gestrigen Freitag eine Antwort aus der Landeshauptstadt gegeben. Tübingens Rathaus-Chef Boris Palmer veröffentlichte das Schreiben des Ministerpräsident auf seiner Seite, bezog Stellung und akzeptierte die Antwort: »So richtig und wichtig ich finde, vor der Entscheidung zu diskutieren, so notwendig ist es die Entscheidung zu akzeptieren, wenn sie demokratisch legitimiert ist und korrekt zustande gekommen. Der Landtag hat gestern die Linie der Regierung bestätigt. Der Ministerpräsident hat begründet, warum er nicht abweichen will. Das respektiere ich und ab Montag sind wir alle aufgerufen, uns daran zu halten.«

Kretschmann betont in seinem Brief einen Punkt: »Ihre Sorge um den Lebensgeist unserer Gesellschaft teile ich vollumfänglich«. Der Regierungschef verweist auf die ernste Lage, die eine extreme Belastung für alle darstelle: »Umso verwunderter bin ich über das Ansinnen, dass ausgerechnet Baden Württemberg als eines der stärker betroffenen Länder von der Umsetzung der einmütigen Beschlüsse abweichen soll. {…} Und eine Hotspotstrategie funktioniert auch nicht, wenn das ganze Land selbst ein Hotspot nicht, weil sich das Virus in alle Regionen stark verbreitet hat. {…} Für mich steht völlig außer Frage, dass das Gesamtinteresse in so einer Jahrhundertnotlage ganz vorne stehen muss. Denn mit Blick auf die Nachbarländer zeigt sich: Je länger wir zögern, desto länger und härter muss der Eingriff werden.« (GEA)