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400 Ausbildungsplätze in Tübingen unbesetzt

Jugendliche für den Arbeitsmarkt fit machen

Bundesagentur für Arbeit
Ein Hinweisschild für die Bundesagentur für Arbeit: Es fehlen Arbeitskräfte an allen Ecken und Enden. Foto: Jens Büttner/DPA
Ein Hinweisschild für die Bundesagentur für Arbeit: Es fehlen Arbeitskräfte an allen Ecken und Enden.
Foto: Jens Büttner/DPA

TÜBINGEN. Der Ausbildungsmarkt im Kreis Tübingen steht unter Druck. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hingewiesen. Nach Angaben der NGG registriert die Arbeitsagentur im Landkreis Tübingen 400 unbesetzte Ausbildungsstellen. 16 davon in der Lebensmittelindustrie. "Wir haben einen Azubi-Mangel. Gleichzeitig haben in Baden-Württemberg 16 Prozent der 20- bis 34-Jährigen keinen Berufsabschluss.

Ein Phänomen, das auch viele junge Menschen im Kreis Tübingen betrifft. Sie haben damit nicht die besten Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt – auch was den Lohn angeht", so Hartmut Zacher. Der Geschäftsführer der NGG Stuttgart beruft sich dabei auf Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Die Gewerkschaft befürchtet einen »gefährlichen Trend«: Jugendliche, die maximal einen Hauptschulabschluss haben, schafften immer seltener den Sprung in eine Ausbildung. »Es kommt darauf an, dass diese Jugendlichen intensiver gefördert werden. Sie müssen für eine Ausbildung fit gemacht werden«, so Zacher. Arbeitsagenturen, Jobcenter und Unternehmen sollten bei der Ausbildungsförderung von Jugendlichen deshalb jetzt in den Turbogang schalten.

Nachhilfe als Option

Betriebe sollten auf »Azubi-Lotsen« setzen. »Die müssten sich aktiv darum kümmern, überhaupt erst einmal an junge Menschen heranzukommen. Dann geht es darum, sie für Ausbildungsberufe zu begeistern. Und wenn Jugendliche beispielsweise Schwierigkeiten beim Lernen haben, kann das für den Betrieb auch bedeuten, drei Jahre lang Nachhilfe anzubieten. Denn das Pensum, das die Berufsschulen haben, überfordert viele junge Menschen«, sagt Zacher. Die Wirtschaft im Kreis müsse sich für das neue Ausbildungsjahr besser präparieren. Es sei notwendig, mehr für den Job-Nachwuchs zu tun. »Das fängt damit an, das Potenzial zu erkennen, das in einem jungen Menschen steckt«, so Zacher. (eg)