TÜBINGEN/REUTLINGEN. Gleich mehrere Ereignisse aus der Region haben 2025 Schlagzeilen weit über Baden-Württemberg hinaus gemacht. In manchen Fällen sind die Ermittlerinnen und Ermittler noch bei der Arbeit.
Frau in Tübingen gefesselt und entführt
Am Karsamstag wird eine 68-Jährige auf einem Supermarktparkplatz in Tübingen überfallen und entführt. Ein Unbekannter kommt in das abgestellte Auto der Frau, bedroht sie mit einem Messer, schlägt, fesselt sie und drückt sie auf die Rückbank. Er fährt vom Parkplatz und verfrachtet die 68-Jährige später in den Kofferraum. Die Frau kann ihre Fesseln lösen und sich aus dem Auto befreien. Der Mann flüchtet mit mehreren gestohlenen Bankkarten. Nachdem der Fall bei »Aktenzeichen XY« vorgestellt wird, erhält die Polizei laut einer Sprecherin mehrere Dutzend Hinweise, darunter »Ermittlungstipps und Ratschläge« sowie Verweise auf Fälle, die sich im ganzen Bundesgebiet ereignet hätten und mögliche Parallelen zu dem Tübinger Fall aufweisen könnten. »Auf Personen an sich gingen wenige Hinweise ein.«
Zugunglück in Riedlingen
Drei Menschen sterben am 27. Juli, als ein Regionalzug bei Riedlingen (Landkreis Biberach) entgleist: der Lokführer, ein Auszubildender der Bahn sowie eine 70 Jahre alte Reisende. Mehr als 30 Fahrgäste werden verletzt, manche von ihnen lebensgefährlich. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass ein durch viel Regenwasser ausgelöster Erdrutsch direkt an der Strecke die Entgleisung verursacht hat. »Das eingeleitete Todesermittlungsverfahren wurde noch nicht zu Ende gebracht«, teilt ein Sprecher der Ulmer Polizei mit. »Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.« Mehr als vier Monate nach dem schweren Zugunglück fahren auf der betroffenen Bahnstrecke seit Mitte Dezember wieder Züge.
Leiche in Koffer in Filderstadt
Eine stark verweste, zum Teil schon skelettierte Leiche entdecken Mitarbeiter eines Bauhofs am 28. August in Filderstadt (Landkreis Esslingen). Es handelt sich um eine 40 Jahre alte Frau, die seit mehr als einem Monat als vermisst gilt. Drei Wochen nach dem Fund wird ein Mann aufgrund des Verdachts eines Tötungsdeliktes festgenommen, der 51-jährige Türke kommt in Untersuchungshaft. Die Soko Trolley der Reutlinger Polizei war durch einen Zeugenhinweis auf die Spur des Mannes gekommen. »Weitere Angaben können bis zu einem möglichen Gerichtsverfahren nicht gemacht werden«, teilt ein Sprecher mit. Ähnlich äußert sich der Sprecher der Stuttgarter Staatsanwaltschaft.
Gondelabsturz auf Baustelle in Horb am Neckar
Mutmaßlich wegen menschlichen Versagens stürzt am 20. Mai auf einer Großbaustelle in Horb am Neckar (Landkreis Freudenstadt) eine Gondel mit drei Bauarbeitern in die Tiefe. Die Männer im Alter von 40 bis 46 Jahren kommen ums Leben. Die sogenannte Kranflasche, an deren Haken die Transportgondel befestigt war, hat sich nach bisherigen Erkenntnissen wohl an querlaufenden Drahtseilen verfangen, sodass das Kranseil letztendlich riss. Gegen den inzwischen 37 Jahre alten Kranführer wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. (dpa)





