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Stichflamme verletzte Schüler: Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung

Nach dem Unfall, der sich am 16. April 2018 im Rahmen einer in der Geschwister-Scholl-Realschule von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Urach bei Schülern der 5. Klasse veranstalteten Brandschutzerziehung ereignet hat, ermittelt die Staatsanwaltschaft Tübingen gegen einen 18-jährigen Feuerwehrmann und den 50-jährigen Einsatzleiter der Feuerwehr wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung.

Notarzt im Einsatz.
Notarzt im Einsatz. Foto: dpa
Notarzt im Einsatz.
Foto: dpa

BAD URACH. Wie bereits berichtet, hatte die Freiwillige Feuerwehr Bad Urach im Unterricht eine Brandschutzerziehung durchgeführt. Die Kinder sollten erfahren, wie brennende Flüssigkeiten richtig gelöscht werden können. Hierzu wurden im Hofraum der Schule praktische Übungen durchgeführt, indem mehrmals Spiritus in einer auf einer Tischtennisplatte stehenden Pfanne angezündet und teils durch die Schüler selbst durch Abdecken der Flammen erstickt wurde. Während dem 50-Jährigen als Einsatzleiter die Gesamtverantwortung für das Vorgehen oblag, führte der 18-jährige Feuerwehrmann die Löschübungen praktisch durch.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand bereitete der 18-Jährige kurz vor 12.15 Uhr einen weiteren Versuch vor und spritzte hierzu aus einer Flasche nochmals Spiritus in die Pfanne, wonach es plötzlich zu einer Stichflamme kam. Diese setzte die Oberbekleidung einer unmittelbar an der Tischtennisplatte stehenden 10-Jährigen in Brand.

Mit schweren Brandverletzungen wurde das Mädchen mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Sie ist weiterhin in stationärer Behandlung.

Zwei gleichaltrige Schülerinnen wurden mit leichteren Verletzungen vom Rettungsdienst mit Rettungswagen zur Untersuchung und Behandlung in eine Klinik gebracht. Beide konnten am selben Tag zunächst wieder entlassen werden. Eines der Mädchen musste aber am 19. April 2018 nachträglich zur Behandlung stationär aufgenommen werden. Das andere Kind wird weiter ambulant behandelt. Ein leicht verletztes Mädchen konnte nach Versorgung vor Ort direkt den Eltern überstellt werden.

Erste Erkenntnisse, wonach ein weiteres Mädchen und auch ein Junge leicht verletzt wurden, haben sich nicht bestätigt. Im Nachhinein wurde aber bekannt, dass der 50-jährige Einsatzleiter der Feuerwehr leichte Verletzungen an den Händen erlitten hatte, als er dem schwer verletzten Mädchen Hilfe geleistet hatte. (pol)