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Warnung vor »Kettenreaktion« bei Atombewaffnung Irans

Der saudi-arabische Außenminister Prinz Faisal bin Farhan al-Saud hat vor einer »Kettenreaktion« im Nahen und Mittleren Osten gewarnt, wenn es nicht gelingt, den Bau einer iranischen Atombombe zu verhindern.

Faisal bin Farhan al-Saud
Prinz Faisal bin Farhan al-Saud, Außenminister von Saudi-Arabien. Foto: Felix Hörhager
Prinz Faisal bin Farhan al-Saud, Außenminister von Saudi-Arabien.
Foto: Felix Hörhager

In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur machte er deutlich, dass dann auch andere Staaten der Region eine atomare Bewaffnung anstreben könnten. »Man kann nicht sicher sein, was danach kommt an Eskalation«, sagte er.

Der Außenminister forderte die internationale Staatengemeinschaft daher auf, den Iran auch bei einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen über sein Atomprogramm weiter unter Druck zu setzen. »Das muss jetzt ein Anfangspunkt sein, nicht das Ende«, sagte er. Auch die Einmischung des Irans in regionale Konflikte müsse thematisiert werden.

Derzeit laufen Verhandlungen über die Wiederbelebung des 2015 abgeschlossenen Abkommens zur Verhinderung einer iranischen Atombombe. Unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump waren die Vereinigten Staaten einseitig ausgestiegen. Daraufhin verstieß Teheran gegen Auflagen des Abkommens. Unter anderem reicherte die Islamische Republik Uran bis auf ein Niveau an, das nicht mehr weit von einer Waffenfähigkeit entfernt ist.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien vermitteln seit Monaten gemeinsam mit Russland und China zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten. Dabei geht es darum, US-Wirtschaftssanktionen aufzuheben und im Gegenzug das iranische Atomprogramm wieder einzuschränken. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte den Iran vergangenen Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz eindringlich vor einem Scheitern der Verhandlungen gewarnt. »Die iranische Führung hat jetzt eine Wahl: Jetzt ist der Moment der Wahrheit«, sagte er.

© dpa-infocom, dpa:220223-99-245858/35