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Sorge um Giftanschlag - Owsjannikowa gibt Entwarnung

Die russische TV-Journalistin Owsjannikowa wurde bekannt, weil sie ein Protestschild gegen den Ukraine-Krieg in die Kamera hielt. In Paris, wo sie inzwischen lebt, wird ihr plötzlich auf der Straße schlecht.

Russische Journalistin Owsjannikowa
Journalistin Marina Owsjannikowa könnte Opfer eines Giftanschlags geworden sein. Foto: Annette Riedl/DPA
Journalistin Marina Owsjannikowa könnte Opfer eines Giftanschlags geworden sein.
Foto: Annette Riedl/DPA

Die durch Kritik am Ukraine-Krieg bekannt gewordene russische TV-Journalistin Marina Owsjannikowa ist in Paris anders als kurzzeitig befürchtet nicht Opfer eines Giftanschlags geworden. Nach einer Kontrolle im Krankenhaus teilte Owsjannikowa am Freitag auf Telegram mit, ihr gehe es inzwischen viel besser. In ihrem Blut seien keine Spuren einer giftigen Substanz entdeckt worden, die Ergebnisse der meisten Tests lägen inzwischen vor. Es handele sich nicht um eine Vergiftung. Als ihr am Vortag auf der Straße plötzlich schlecht geworden war und sich ihr Zustand verschlechterte, beschloss die französische Polizei, Nachforschungen anzustellen.

Wie die Pariser Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte, ermittele sie mit Blick auf eine mögliche Vergiftung der Journalistin. »Wir hatten Angst um Marina Owsjannikowa«, sagte der Generalsekretär von »Reporter ohne Grenzen«, Christophe Deloire, in Paris.

Vor eineinhalb Wochen war Owsjannikowa in Russland zu achteinhalb Jahren Straflager verurteilt worden. Ein Gericht in Moskau befand sie in Abwesenheit der angeblichen Verbreitung von Falschmeldungen über die russische Armee für schuldig. Die damals noch beim russischen Staatsfernsehen angestellte Redakteurin hatte kurz nach Kriegsbeginn gegen die Ukraine im März 2022 für großes Aufsehen gesorgt, als sie mitten in einer Live-Nachrichtensendung ins Bild sprang und ein Protestplakat hochhielt.

Nach der Aktion arbeitete die heute 45-jährige Owsjannikowa zwischenzeitlich unter anderem für die deutsche Zeitung »Welt«, kehrte dann aber nach Russland zurück und protestierte erneut gegen den Krieg. Im Oktober 2022 teilte ihr Anwalt mit, dass sie ihre Heimat mittlerweile endgültig in Richtung Europa verlassen habe.

© dpa-infocom, dpa:231013-99-551440/6