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Selenskyj: Europa kann man nur gemeinsam mit Ukraine denken

38 Milliarden Dollar - auf diese Summe schätzt Selenskyj den Finanzbedarf der Ukraine im kommenden Jahr. Schon jetzt werde Geld benötigt, um lebenswichtige Infrastruktur zu reparieren.

Wolodymyr Selenskyj
Wer in den Wiederaufbau der Ukraine investiere, investiere in ein künftiges EU-Mitgliedsland, sagt Selenskyj bei einer internationalen Wiederaufbaukonferenz in Berlin. Foto: Christophe Gateau
Wer in den Wiederaufbau der Ukraine investiere, investiere in ein künftiges EU-Mitgliedsland, sagt Selenskyj bei einer internationalen Wiederaufbaukonferenz in Berlin.
Foto: Christophe Gateau

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für rasche internationale Investitionen in den Wiederaufbau seines durch den russischen Krieg stark zerstörten Landes geworben. Wer in den Wiederaufbau der Ukraine investiere, investiere in ein künftiges EU-Mitgliedsland, sagte er laut Simultanübersetzung bei einer internationalen Wiederaufbaukonferenz in Berlin.

»Europa kann man nur mit der Ukraine gemeinsam denken.« Das Land trete für die Sicherheit Europas ein, indem es den russischen Schlag abfange, betonte er demnach.

Besonders dringend seien Investitionen in Krankenhäuser, Schulen, Verkehrswege und andere lebenswichtige Infrastruktur, erläuterte Selenskyj. Durch Raketenangriffe sei mehr als ein Drittel der ukrainischen Energieinfrastruktur zerstört worden.

Selenskyj: Geld, um Lehrer, Ärzte und Renten zu bezahlen

Dieser Teil des Wiederaufbaus könne nicht auf die Zeit nach dem Krieg verschoben werden, dafür brauche die Ukraine jetzt Geld. Der von der Gruppe sieben führender demokratischer Industriestaaten (G7) erwogene Aufbaufonds müsse bereits im kommenden Monat seine Arbeit beginnen, forderte Selenskyj.

Der Präsident nannte einen Finanzbedarf von 38 Milliarden Dollar, um das Staatsdefizit im kommenden Jahr auszugleichen. Das Geld werde benötigt, um Lehrer und Ärzte zu bezahlen sowie Renten auszuzahlen.

Die G7 haben bereits weitere Finanzhilfen für 2023 zugesagt. In diesem Jahr flossen den Angaben zufolge zusätzlich zur militärischen und humanitären Unterstützung bereits Budgethilfen in Höhe von 20,7 Milliarden US-Dollar, insgesamt sind 33,3 Milliarden Dollar zugesagt. Mit Abstand größter Geldgeber sind die USA, Deutschland ist laut Finanzministerium mit einem Anteil von 1,4 Milliarden Euro größter Geber innerhalb der EU.

© dpa-infocom, dpa:221025-99-248846/5