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Neue Waffenruhe im Sudan für 72 Stunden vereinbart

Schon mehrmals gab es seit Beginn des gewaltsamen Konflikts um die Macht in dem ostafrikanischen Land kurze Waffenpausen. Nun sollen die Kämpfe erneut ruhen. Derweil sind Millionen Menschen auf der Flucht.

Sudan
Schwarzer Rauch steigt am 22.04.2023 über der sudanesischen Hauptstadt Khartum auf. Seit Beginn des gewaltsamen Machtkampfes hat es bereits mehrfach Waffenpausen gegeben - für kurze Zeit. Foto: Marwan Ali
Schwarzer Rauch steigt am 22.04.2023 über der sudanesischen Hauptstadt Khartum auf. Seit Beginn des gewaltsamen Machtkampfes hat es bereits mehrfach Waffenpausen gegeben - für kurze Zeit.
Foto: Marwan Ali

Im Sudan soll von diesem Sonntag an eine 72-stündige Waffenpause zwischen der sudanesischen Armee und der rivalisierenden Rapid Support Forces (RSF) gelten. Das teilten Saudi-Arabien und die USA, die in dem Konflikt vermitteln, in der Nacht mit. Die Waffenruhe soll am Morgen Ortszeit in Kraft treten. Die Konfliktparteien wollten in den drei Tagen auf militärische Aktionen verzichten sowie humanitäre Lieferungen erlauben. Seit Beginn des gewaltsamen Machtkampfes hatte es bereits mehrfach Waffenpausen für kurze Zeit gegeben.

Im Sudan kämpfen die RSF des früheren Vize-Machthabers Mohammed Hamdan Daglo, eine aus Milizen hervorgegangene Quasi-Armee mit Zehntausenden Kämpfern, seit mittlerweile zwei Monaten gegen die Streitkräfte unter der Führung von De-facto-Staatschef Abdel Fattah al-Burhan. Die beiden Generäle hatten sich 2019 und 2021 gemeinsam an die Macht geputscht, später aber zerstritten.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration der Vereinten Nationen (IOM) sind seit Beginn des Machtkampfes mittlerweile knapp 2,2 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Freitag mitgeteilt, dass fast 25 Millionen Menschen in dem Land humanitäre Hilfe brauchten. Vier Millionen Kinder und schwangere oder stillende Mütter seien akut unterernährt.

© dpa-infocom, dpa:230618-99-94933/2